Neuer Pastor karnevalstauglich
12.02.2012 | 14:50 Uhr 2012-02-12T14:50:00+0100
Plettenberg.Jedes Jahr vor der Fastenzeit erwacht die Karnevalshochburg an der Lehm-kuhle wieder zum Leben. Wo normalerweise Sitzungen abgehalten werden oder der Kirchenchor probt, erstrahlt der Pfarrsaal der Gemeinde St. Laurentius in einem bunten Licht, der der Verkleidung seiner Besucher in nichts nachsteht. Doch trotz des abwechslungsreichen Programms trübten einige leere Plätze das Erscheinungsbild des närrischen Treibens.
Als Pfarrer Hans Erlemeier im vorigen Jahr sein Amt niedergelegte, stellte sich bei vielen die Frage, wie „der Neue“ es denn mit dem Karneval halten würde. Am Samstag konnten jedoch alle Zweifel an Pastor Schnells „Karnevalstauglichkeit“ beseitigt werden. Wie auch sein Vorgänger scheint er sich zu den gefiederten Flugwirbeltieren hingezogen zu fühlen. Als mit Karnevalsorden strotzende „Krähe Lorenz“, auch liebevoll „Lolli“ genannt, berichtete er über seine ersten Flüge durch die Vier-Täler-Stadt und seine Erlebnisse mit den neuen Kollegen.
Erlemeier hat alte Gemeinde im Blick
Doch auch Pastor Hans Erlemeier kam nicht ungeschoren davon. Für ihn hatte „Lolli“ das Kinderlied „Hänschen klein“ mit „ging allein, wollte nicht mehr Pastor sein“ fortgeführt. Eben dieser ließ es sich nicht nehmen, in die alte Heimat zurückzukehren und mit seinem frechen Vogel „Coco“, der die Vorgänge in seiner alten Gemeinde streng im Auge behalten hat, die Lachmuskeln zu strapazieren.
Mit Abstand am meisten beklatscht waren auch in diesem Jahr die beiden Auftritte der „Gemeindehüpfer“, der Tanzformation um Bettina Hübl. Zunächst in schwarz-weißen Kostümen, in denen sie den „Strumpfhosentanz“ aufführten. Dann eine goldglitzernde Showeinlage zu einem Boney-M-Medley.
Aber auch die Jugend der Gemeinde heizte mit ihren Auftritten, z.B. als Randfichten, die Stimmung ordentlich an. Ebenso wie ihre kurze Zusammenfassung des Dschungelcamps, in dem Ailton für seine Sterne zunächst ein Glas mit püriertem Küken, dann eins mit Kaninchenblut, und zu guter Letzt sowie zum Ekel aller eins mit Oettinger Bier trinken musste.
Doch auch das Team Laurentius durfte nicht fehlen. Zunächst mit Andrea Bergs wohl bekanntesten Hit, „Du hast mich tausendmal belogen“ und dann mit der eigenen Interpretation „Du hast mich tausendmal gewogen“, einer ergreifenden Geschichte von zwei diätgeplagten Männern.
Zwei Sketche über die Pizzabestellung im Jahr 2050, die wohl der Albtraum eines jeden Datenschützers werden dürfte, und der poetische Kampf zwischen Engel und Teufel um die Seelen der Gemeindemitglieder rundeten das Programm ab.
Gekonnt lockere Moderation
Gekonnt locker und sicher führte Dietmar Hecker das Publikum durch die einzelnen Auftritte, in seiner Funktion als Kapellmeister sorgte er nicht nur dafür, dass die Darbietungen passend untermalt wurden, sondern auch dafür, dass bis in die frühen Morgenstunden die Stimmung ausgelassen blieb.
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