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Urteil

Millionen-Betrüger kommen glimpflich davon

03.08.2010 | 18:59 Uhr
Millionen-Betrüger kommen glimpflich davon

Plettenberg/Arnsberg. Beide Gauner kamen trotz hoher Schadenssumme mit Bewährungsstrafen davon. Der Staatsanwalt hatte die Männer aus Arnsberg und Plettenberg wegen gewerbsmäßigen Betruges in sieben Fällen angeklagt.

Der seit November vergangenen Jahres andauernde Wirtschaftsstrafprozess ging nun nach 21 Verhandlungstagen vor dem Landgericht Arnsberg zu Ende. Zufrieden können aber eigentlich nur die beiden 61- und 44-jährigen Angeklagten aus Arnsberg und Plettenberg sein: Sie kamen trotz hoher Schadenssumme mit Freiheitsstrafen zur Bewährung davon. Der Staatsanwalt hatte den Männern gewerbsmäßigen Betrug in mindestens sieben Fällen vorgeworfen.

Der Arnsberger soll Geschäftsführer einer Firma in Spanien, deren tatsächlicher Sitz aber in Menden war, gewesen sein. Er hatte es verstanden, für ein Investitionsprogramm Geldanleger zu finden, die bereit waren, dort zwischen 75 000 und 150 000 Euro zu investieren. Ein Jahresgewinn von 250 Prozent wurde versprochen. Doch keiner der Geldgeber sah etwas von seinen Einlagen - insgesamt über eine Million Euro - wieder.

Schon acht Monate in U-Haft

Der zweite Angeklagte, der 44-Jährige mit jetzigem Wohnsitz Olpe, trat als Treuhänder auf. Er sollte die Gelder verwalten und Erfolgshonorare der Gewinner kassieren. Zweimal war der Prozess abgebrochen worden, da Schöffen aus Befangenheits- bzw. Krankheitsgründen ausgetauscht werden mussten. In der dritten Phase des Prozesses einigte man sich jetzt, nachdem die Angeklagten ein Teilgeständnis abgelegt hatten, auf ein Strafmaß, das noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Der Arnsberger wurde wegen siebenmaligen Betruges im besonders schweren Fall und der Plettenberger wegen Untreue im besonders schweren Fall zu jeweils zwei Jahren Freiheitsstrafe mit dreijähriger Bewährung verurteilt. Ihnen wurde zugute gehalten, dass sie zirka acht Monate in U-Haft hatten verbringen müssen, die Anleger es ihnen sehr leicht gemacht hatten, sie ein Geständnis abgelegt haben, gesundheitlich angeschlagen sind und die von ihnen kassierten Gelder, zum Teil wohl Schwarzgeld waren.

Klaus Lindner

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