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Seniorenpflege

Kritik an Pflege im Minutentakt

19.10.2011 | 19:26 Uhr
Kritik an Pflege im Minutentakt
Informationsabend Wenn Pflege notwendig wird im Weidenhof-Kino Die Referenten v. l. Marita Sievers Ingeborg Heinze und Gerhard Jussen

Plettenberg.„Die Qualität der Pflege muss sich am Menschen orientieren“, sagt Marita Sievers. Als Leiterin des Matthias-Claudius-Hauses und des Seniorenzentrums Krankenhaus Plettenberg weiß sie, wie der Alltag in Altenpflegeeinrichtungen aussieht.

Ihre Forderung an die Politik lautet: weniger Bürokratie, mehr Zeit für die Menschen, letztlich auch mehr Geld für professionelles Pflegepersonal.

Wenn Pflege notwendig wird – so lautete das Thema des Informationsabends, zu dem die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis für Dienstag ins Weidenhof-Kino eingeladen hatte. Die Plätze im großen Kinosaal waren fast alle besetzt, ganz so, als würde ein neuer Hollywood-Blockbuster uraufgeführt. „Das Thema Pflege ist eben brandaktuell“, stellte Sparkassen-Marketingleiter Tomislav Majic fest. Als Vortragende neben Marita Sievers informierten die Juristin Ingeborg Heinze über Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Co. sowie Gerhard Jussen (Vertriebsdirektor Ideal-Versicherung) über Versicherungsprodukte zur finanziellen Absicherung für den Fall der Pflegebedürftigkeit.

Einladung zum
persönlichen Besuch

Scharfe Kritik an der 1995 eingeführten Pflegeversicherung und der Einsortierung in Pflegestufen übte Marita Sievers. „Baden 5 Minuten, Toilettengang 3 Minuten“, beschrieb sie die von der Gebührenordnung vorgegebene Pflege im Minutentakt. Ein Dorn im Auge sind der Pflegefachfrau die Qualitätskontrollen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen und die Heimaufsicht. Dabei gehe es fast ausschließlich um bürokratische Kriterien: „Fehlt ein Satz in der Dokumentation, lautet die Bewertung mangelhaft.“

Marita Sievers lädt jeden Interessierten ein, sich die Plettenberger Seniorenheime selbst anzuschauen. „Achten sie darauf, wie der Umgang mit den Bewohnern ist. Zieht ein Pfleger den Bewohner zum ­Toilettengang oder begleitet er ihn auf gleicher Höhe“, nennt sie ein Beispiel.

Bernhard Schlütter

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