Krankenhaus bleibt Anlaufstelle
13.01.2011 | 17:43 Uhr 2011-01-13T17:43:00+0100
Plettenberg. Ab 1. Februar, 18 Uhr, gibt es für den ärztlichen Notfalldienst eine neue Anlaufstelle: das Klinikum Lüdenscheid. Der Notdienst der niedergelassenen Ärzte ist Geschichte.
„Ist seitens des Krankenhauses Plettenberg Hilfestellung möglich?“ fragte CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Hillert den Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Kaufmann.
Der Einladung der CDU-Fraktion zum Thema „Ärztlicher Notfalldienst“ ins Hotel Battenfeld waren am Mittwoch neben CDU-Mitgliedern auch Mitarbeiter des Krankenhauses sowie der niedergelassene Allgemeinmediziner Eckhard Schröder gefolgt.
Die Ausdünnung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum hat ihre Ursache in der Überalterung der niedergelassenen Ärzte. Junge Kollegen meiden den ländlichen Raum. Die Zusatzbelastung durch den reihum gehenden Notfalldienst hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) den Haus- und Fachärzten genommen: Zwei Notfallpraxen werden am 1. Februar im Märkischen Kreis ihre Arbeit aufnehmen. Diese Form der Notfallversorgung soll ein „lernendes System“ sein, berichtete Michael Kaufmann, das heißt, es werden ggf. noch Änderungen erfolgen.
„Also wenn sich jemand ein Ohr abgerissen hat, dann sind wir im Krankenhaus natürlich weiterhin zuständig“, sieht Kaufmann das Krankenhaus nach wie vor als Anlaufstation für die Bürger vor Ort. Auch das Unfall-Notarztsystem von Krankenhaus und Rettungswache ist von der neuen Notfallregelung unberührt.
Zur Ersten Hilfe
verpflichtet
Was aber tun bei einem anderen Notfall? Von einem Notfall spricht man bei einer plötzlichen Neuerkrankung oder bei der Verschlimmerung einer Erkrankung, die dringend ärztlich versorgt werden muss. Auch hier bietet sich das Krankenhaus an der Bracht als Anlaufstelle an.
Kaufmann wagte die Prognose, künftig werde der Notarzt (Telefon 112) öfter ausrücken müssen, weil Patienten den Weg nach Lüdenscheid scheuen. Da sei es passend, dass die Stadt Plettenberg zum 1. April einen neuen Notarztwagen bekommt. „Wir sind zugelassen zur ambulanten Notfallversorgung, sogar juristisch verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten“, so Kaufmann. „Wir sind da und bleiben auch da, 365 Tage im Jahr rund um die Uhr!“ und „Wir machen immer das volle Programm also mit röntgen, Labor etc. Nur eine AU-Bescheinigung (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) wird es bei uns nicht geben. Die muss man sich am Montag beim Hausarzt holen.“
In der lebhaften Diskussion wurde Allgemeinmediziner Eckhard Schröder, der oft Notfalldienst gemacht hat, gefragt, wie er die Inanspruchnahme der Notfallpraxis sieht. „Meistens handelt es sich um Bagatellfälle“, schilderte er seine Erfahrungen. „Die blockieren unter Umständen die wirklich schwierigen Fälle. Vielleicht wirkt die Entfernung bis Lüdenscheid ja auch erzieherisch und die leichten Fälle warten bis Montag. Zudem sitzen am Notfall-Telefon Fachleute, die oft schon helfen können.“
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