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Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten

28.03.2010 | 20:00 Uhr
Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten

Plettenberg. Nach 14 Jahren als Vorsitzender des Hegerings Plettenberg gab Robert Lützenkirchen bei der Jahreshauptversammlung im Haus Elsetal sein Amt am Freitag ab. Zum Nachfolger wählten die Jäger Hartmut Tengler.

Jetzt sei der richtige Zeitpunkt dafür gewesen, so der scheidende Vorsitzende. Es sei ausgiebig im Vorfeld über die neue Rollenverteilung gesprochen worden, „nun wird für den Hegering eine neue Ära eingeleitet.”

Der Vertreter der märkischen Kreisjägerschaft, Lothar Speier, dankte dem auch auf Kreisebene tätigen Lützenkirchen und seinem team für die ehrenamtliche Arbeit: „Aufgrund seiner Fachkompetenz war er immer ein gefragter Ratgeber.” Im Namen des Hegerings sprach Friedrich-Wilhelm Schulz-Wiemann für das Engagement Dank aus und hob die Leistungen der Vorstandsmitglieder hervor.

„Letztes Jahr war die Bestandshöhe unter einem schlechten Stern”, so Lützenkirchen in seiner Rückschau. Man habe verhindern können, dass sich die Schweinepest in hiesige Reviere habe ausbreiten können, da sei es nicht so schlimm, dass weniger Schwarzwild geschossen worden sei. Auch beim Damwild war die Gesamtstrecke rückläufig.

Datierung der

Trophäen ein Problem

Ein Problem bei der ordnungsgemäßen Bejagung sei – neben Wildunfällen – dass nach dem neuen Landesjagdgesetz Rehwild nur noch mit kräuterreichem Wiesenheu gefüttert werden dürfe, bei Verstoß drohe ein Bußgeld. „Wir bekommen aber nur den zweiten oder dritten Schnitt, da ist von Kräutern nichts mehr zu sehen”, zeigte sich Lützenkirchen enttäuscht.

Der Vertreter der märkischen Kreisjägerschaft , Lothar Speier, dankte dem Vorstand für seine geleistete Arbeit und überreichte Robert Lützenkirchen ein Präsent.

Weiterhin mache der zunehmende Freizeitdruck eine ordnungsgemäße Bejagung schwer: „Wenn sportliche Massenveranstaltungen in die Wälder verlagert werden, hat das mit dem Betretungsrecht des Waldes zu Erholungszwecken nichts mehr zu tun.” Geo-caching erschwere dies zusätzlich. „Wenn eine ganze Schulklasse an diesen Unfug herangeführt wird, darf man sich über nichts mehr wundern.” Das gehe so weit, dass auch nachts mit Taschenlampen abseits der Wege Menschen unterwegs seien.

Weitere Schwierigkeiten sah Lützenkirchen bei der Datierung von Trophäen: „Wir haben immer wieder Gehörne, die vom Erleger auf ein Alter von fünf Jahren datiert werden, die Tiere waren tatsächlich aber nur zwei bis drei Jahre alt.” Durch den Abschliff am Unterkiefer des Rehbocks lasse sich eine Schätzung vornehmen, unter Berücksichtigung von harter oder weicher Nahrung.

„Wird die Äsung weicher?”, fragte Lützenkirchen. Manchmal beginne er, an seinen Fähigkeiten zu zweifeln, „anscheinend haben sich manche Tiere von Haferschleim ernährt.” Er wolle nichts unterstellen und die Altersschätzung sei eben immer eine Schätzung und nie definitiv. Er bat die Jäger aber: „Stellt uns Unterkiefer der erlegten Tiere zur Verfügung, damit wir sie an die zuständige Forschungsstelle weiterleiten und die Datierung überprüfen lassen können.”

Hendrik Schulz

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Kommentare
13.04.2010
19:44
Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten
von Andypsilon | #9

Glaubt ihr wirklich, hier im Web würde sich mal nen Jäger die Kommentare anschauen? Schaut Euch die Wurzelkrauter doch mal an, oder glaubt jemand, die wüssten, wie das Internet funktioniert?

01.04.2010
16:47
Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten
von stecklars | #8

Achja: Geo-caching schreibt sich Geocaching.

01.04.2010
15:10
Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten
von JR849 | #7

Schade, dass wieder einmal Geocaching als die Wurzel allen Übels hingestellt wird. Haben Sie sich, Herr Lützenhäuser, mit Geocachern zusammengesetzt, sich direkt mit diesem Hobby auseinandergesetzt oder haben Sie nur den Artikel in der Deutschen Jagdzeitung darüber gelesen? (Was Geocacher darüber denken: http://jr849.de/allgemein/hetzjagd-auf-geocacher/).
Vielleicht schafft es ja Ihr Nachfolger, sich ordentlich zu informieren, Kontakt zu den Unruhestiftern der Wälder herzustellen und das ein oder andere Vorurteil (auf beiden Seiten!) auszuräumen.
Freundliche Grüße
Jürgen aka JR849 (Geocacher)

01.04.2010
12:04
Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten
von Oliver Thomas aka argus1972 | #6

Abermals glänzt die jagende Zunft mit unrecherchierter Polemik und ohne eine Spur von Ahnung! Der Tellerand kann ja auch schrecklich hoch werden, wenn man Tradition pflegt.
Abermals geht es ausschließlich um Vorrechte, wer wann wie wo die heimische Monokultur nutzen darf.
Ein Dialog erübrigt sich, da die Meinung über Geocacher bereits aus diversen jagdthematischen Publikationen (z.B. Ausgabe Feb. 2010, Deutsche Jagdzeitung) manigfestiert ist und so harre ich als Plettenberger und bekennender Geocacher und Naturfreund in gespannter Erwartung den in den Berichten der lokalen Printmedien angekündigten Konfrontationen, die nicht ausbleiben werden (S.T.).
So lange sich die jagende Zunft aber konsequent auf diese Weise selbst ins Abeseits stellt, bleiben die sonstigen Freizeitwaldnutzer wenigsten moralische Sieger in diesem nicht von Letzteren provozierten Disput. Das ist doch auch schon mal was.

Waidmannsheil!

31.03.2010
14:16
Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten
von Andypsilon | #5

„Wenn eine ganze Schulklasse an diesen Unfug herangeführt wird, darf man sich über nichts mehr wundern.”

Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal Fresse halten!

31.03.2010
10:02
Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten
von Freizeitaktivist | #4

Im einfachsten Fall kann man die Wälder ja schlichtweg abholzen und die Flächen als Parkplätze für Geländewagen an Schiessbuden ausweisen. Der Kunststoff hat das Holz schon lange abgelöst und Fleisch bekommt man im Supermarkt. ;) Diese bornierte Jägerschaft ist doch einfach herrlich... :D

31.03.2010
09:56
Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten
von Michael Gierse | #3

Sehr geehrter Herr Lützenkirchen,
gestatten Sie mir einige kurze Bemerkungen:
1. Geocaching ist kein Unfug, sondern ein Hobby. Polemische Äußerungen erleichtern ein Miteinander wohl kaum, wie Sie wohl schon dem 1. Kommentar zu diesem Artikel entnehmen können. Eine Bemerkung wie die Ihre ist ebenso sinnlos, sachlich falsch und unter der Gürtellinie wie die Behauptung, Jäger seien Mörder.
2. Kein Geocacher, der ein ernsthaftes Interesse an dieser Freizeitbeschäftigung hat, wird ganze Schulklassen mit auf seine Tour nehmen. Ebenso wie die Jagd ist Geocaching ein Hobby für Einzelpersonen oder Kleingruppen.
3. Menschen mit Taschenlampen im Wald sind nun nicht unbedingt ein neues Phänomen. Es gibt in der Tat ausgewiesene Nachtcaches, die stellenweise auch in Wäldern zu finden sind, jedoch liegt die Besuchsfrequenz eines solchen Verstecks bei durchschnittlich 50-100 Besuchern pro Jahr. Ich denke, dass definitiv mehr Wanderer/Freizeitsportler/Familien/Jugendliche... abends im Wald unterwegs sind.
Freundliche Grüße
Michael Gierse

31.03.2010
09:50
Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten
von wickeder | #2

Der Wald gehört ja wohl eindeutig in die Hand der Jäger, wie aus den Aussagen klar hervorgeht. Alles andere stört. ganze Schulklasse - oh weh! Am besten hält man die Kids von allem fern, was nicht als Freizeitpark ausgewiesen, eingezäunt und überwacht ist. Na, zumindest weiß jetzt jeder, woran er ist. Ich als Lehrerin jedenfalls!

28.03.2010
21:26
Jäger beklagen zunehmende Freizeitaktivitäten
von R.Vette | #1

--Unfug Geocaching--und dann noch die böse Freizeitgesellschaft...Das bestätigt mal wieder meinen Eindruck der gesamten Jägerschaft. Toleranz gleich NULL. Am besten lasst Ihr Euch alle ins 18.Jahrhundert zurück beamen. Da gab es weder Geocaching noch SGV oder sowas wie Mountainbikeing. Da galt noch das Gesetz der Waffe. PENG

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