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In der Not wird der Weg weiter

05.01.2011 | 18:33 Uhr
In der Not wird der Weg weiter
Foto: Guido Raith

Plettenberg. Ab 1. Februar 2011 wird der ärztliche ambulante Notdienst neu geregelt. Das bringt nicht nur für die niedergelassenen Ärzte, sondern auch für das heimische Krankenhaus grundlegende Veränderungen mit sich.

Mit dem Start der neuen Notdienststrukturen entfallen die lokalen Regelungen, bei denen die niedergelassenen Ärzte den Notdienst reihum wahrnahmen. Stattdessen werden die ambulanten Notdienstzeiten auf die Abend- und Nachtstunden ausgeweitet – dann sind nur noch zwei Notdienstpraxen im Kreisgebiet zu diesen Zeiten besetzt.

Im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) entstehen bis zum 1. Februar insgesamt 67 Notfalldienstpraxen, zwei davon im MK. Hier wird es nur noch zwei Möglichkeiten geben, nach Praxisschluss, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen beim ambulanten Notfalldienst vorstellig zu werden: in Lüdenscheid und in Iserlohn.

Ärzte im Sitz- und
im Fahrdienst

Der zum „Sitzdienst“ eingeteilte Arzt wird diesen ausschließlich in der Praxis leisten. Die Fälle außer Haus übernimmt der Kollege, der für den neu eingerichteten Fahrdienst eingeteilt ist. Der Arzt im Sitzdienst hat die Möglichkeit, in Zeiten geringer Inanspruchnahme durch die Patienten, den Notdienst ans Krankenhaus abzugeben. Im Plettenberger Krankenhaus wird derzeit überlegt, wie man sich auf diese zusätzlichen Patienten einstellen kann.

Die Reform des Notfalldienstes wurde fast drei Jahre intensiv diskutiert, weil durch den bisherigen Notdienst, so die KVWL, die Hausärzte über Gebühr beansprucht würden. Um ihnen diese Last zu nehmen, wird der Notfalldienst ab 1. Februar neu strukturiert. Maximal fünfmal im Jahr wird ein Allgemeinmediziner künftig zum Notfalldienst in Lüdenscheid oder Iserlohn antreten müssen.

Um Qualitätsstandards für Arzt und Patient zu gewährleisten, hat die KVWL eine Grundausstattung für die Praxen festgelegt. Diese umfasst Apparaturen und Sprechstundenbedarf. Zudem wird in allen Praxen ein geeignetes Verwaltungssystem bereitstehen. Eine Einsatzzentrale übernimmt künftig sämtliche Anrufe der Patienten im Notfalldienst. Die Zentrale wird zu den Notfalldienstzeiten unter der landesweit einheitlichen Telefonnummer 0180-50 44 100 erreichbar sein. Damit entfallen alle bisherigen Strukturen der Notfalldienstbereiche. Die Anrufer werden an die nächste Notfalldienstpraxis verwiesen oder es wird ein Hausbesuch des Fahrdienstarztes organisiert.

Ob die neue Regelung praxisnah ist, muss abgewartet werden. Wenn ein Patient z. B. im Winter nachts bei nicht geräumten Straßen von Plettenberg nach Lüdenscheid fahren soll, wird die Notfalldienst-Einsatzzentrale in Duisburg kaum einschätzen können, ob es nicht allein aus verkehrstechnischen Gründen sinnvoller ist, das nahe Krankenhaus anzufahren.

Horst Hassel

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