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Im Spannungsfeld zwischen Jägern und anderen Waldnutzern

09.04.2010 | 07:30 Uhr

Plettenberg. Im Gespräch mit der WR schildert Hartmut Tengler, neuer Leiter des Hegerings Plettenberg, seine Vorstellungen von der zukünftigen Arbeit in der Vereinigung der Jagdausübungsberechtigten – auch im Spannungsfeld zwischen Jägern und Freizeitnutzern in den Wäldern.

Sie sind passionierter Jäger und auch bekennender Hobbymountainbiker. Unter den Jägern gibt es viele, die den P-Weg-Marathon ablehnen, weil durch die Trainingsaktivitäten im Wald die Jagd erschwert wird. Wie werden Sie mit dem Thema P-Weg umgehen?

Hartmut Tengler: Ich bin an erster Stelle Hegeringsleiter und werde mich für die Jäger einsetzen. Ich werde aber auch nach wie vor Fahrrad fahren. Viele unserer jüngeren Jäger sind ebenfalls sportlich aktiv. Das muss kein Widerspruch sein. Meiner Ansicht nach können wir Trends wie Mountainbiken, Walken und Geocachen nicht aufhalten. Die verschiedenen Lager müssen einfach mehr miteinander reden. Dafür werde ich mich einsetzen. Ich bin überzeugt, dass wir alle gemeinsam das schöne Sauerland genießen können. Es ist Platz genug für alle da.

Haben Sie schon konkrete Ansätze für solche Gespräche?

Es bleiben nur die Leute auf den Waldwegen, die wissen, warum sie das sollen. Wir müssen die Sportler sensibilisieren, damit sie zum Beispiel nicht nachts und mit Lampe durch den Wald rauschen oder beim Geocaching querfeldein trampeln. Wichtig ist, dass wir richtig rüberbringen, warum gewisse Verhaltensregeln eingehalten werden sollten. Aus Sicht der Jäger ist festzustellen, dass das Wild in Folge des Betriebs im Wald immer mehr nachtaktiv wird. Nach Einbruch der Dunkelheit dürfen wir es aber nicht mehr bejagen. Dadurch wird es natürlich immer schwerer, die uns von der Behörde vorgegebenen Abschussquoten zu erfüllen, die sicher stellen sollen, dass sich die Wildschäden auf den Feldern in Grenzen halten. Eine weitere Folge ist, dass die Reviere an Wert verlieren und die Pachtpreise nach unten gedrückt werden, was wiederum die Grundstückseigentümer betrifft.

Was können wir in Plettenberg für ein besseres Miteinander der Interessensgruppen im Wald tun?

An markanten Wegepunkten könnten Schilder mit den Verhaltensregeln im Wald aufgestellt werden. Dafür könnte der Hegering sorgen. Darüber hinaus sollte ein Streckenplan zum Beispiel für Mountainbiker erarbeitet werden. Die Wege könnten ausgeschildert und dadurch der Sportbetrieb durch weniger sensible Bereiche gelenkt werden. Schutzräume für das Wild würden dadurch weniger frequentiert. An der Erstellung dieses Streckenplans sollten alle Interessensgruppen wie Jäger, Waldbesitzer, Stadtverwaltung und Sportler mitwirken.

Welche Aufgaben werden Sie als Hegeringsleiter darüber hinaus angehen?

Ich muss mich natürlich ersteinmal in das für mich neue Amt einarbeiten. Grundsätzlich nehmen wir im Vorstand Kritik und Anregungen der Jäger auf und leiten sie an die Kreis- oder Landesebene weiter. Darüber hinaus steht die Öffentlichkeitsarbeit ganz oben auf meiner Liste. Zurzeit arbeite ich mit meinem Sohn Sebastian am Aufbau einer Internetseite, die in Kürze unter www.hegering-plettenberg.de freigeschaltet wird. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Landesgartenschau in Hemer, auf der sich auch der Hegering Plettenberg mit seinen Jagdhornbläsern und der rollenden Waldschule mehrfach präsentieren wird.

Bernhard Schlütter

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