Hoffnung auf gute Zukunft
22.12.2011 | 16:19 Uhr 2011-12-22T16:19:00+0100
Plettenberg.„Frohe Weihnachten und ein glückliches, erfolgreiches Jahr 2012!“, grüßt Susanne Loos-Jayawickreme aus dem fernen Weligama in Sri Lanka alle Plettenberger. Diese guten Wünsche, wir nehmen sie – Hand aufs Herz – in diesen Tagen kaum noch mehr als zur Kenntnis. Der Gruß aus Weligama jedoch lässt uns inne halten, angesichts der Umstände, aus denen heraus er geschickt wird.
Seit zehn Jahren unterhalten die gebürtige Eiringhauserin Susanne Loos und ihr Mann Sujith Jayawickreme die gleichnamige Stiftung, die den Ärmsten der Armen in Weligama hilft, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Weligama liegt im Matara-Distrikt im Süden von Sri Lanka. Die Südprovinz ist einer der ärmsten Teile des Landes. In dieser ländlichen Gegend, in der die Jayawickreme-Stiftung tätig ist, beträgt die Arbeitslosenquote etwa 80 Prozent. Mehr als 8600 Familien leben dort unterhalb der Armutsgrenze. Naturkatastrophen erschweren das Leben zusätzlich, gerade erst wieder ein verheerendes Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen.
Susanne Loos-Jayawickreme berichtet über die Lage in Weligama: „Am Freitag, 25. November, hat ein fürchterlicher Zyklon in Weligama gewütet und zwar sowohl an der Küste als auch im ländlichen Weligama.
Keine Ankündigung
Weder Wetteramt noch Behörden hatten diesen schlimmen Sturm angekündigt. Keine Sturmwarnung! Fischer sind ahnungslos aufs Meer hinausgefahren, Kinder gingen unbeschwert zur Schule, auf Kokosnuss- und Kautschukplantagen wurde arglos unter den hohen Bäumen gearbeitet.
Gegen 8.15 Uhr morgens ging es dann los. Es dauerte bis zum späten Vormittag. Der Schaden war schlimm. Über 30 Tote, einige werden noch vermisst. Fünf totgeglaubte Fischer wurden auf wunderbare Weise auf hoher See gerettet: Gerade als sie nach vielen Tagen die Hoffnung aufgegeben hatten , wurden sie von einem anderen Boot gesichtet. Über 5000 Häuser wurden beschädigt und zerstört, viele Menschen obdachlos. Entwurzelte Bäume haben viel Schaden angerichtet, sind auf und in Häuser gefallen, haben Dächer abgeräumt. Äste und Dachteile flogen durch die Gegend. Regenfluten verwandelten viele Wege und Straßen in Bäche und kleine Ströme, waren zeitweise unpassierbar.
Umgeknickte Strommasten ließen Weligama tagelang ohne Strom sein, manche Ortsteile hatten sechs Tage lang keinen Strom. Wir mussten fast vier Tage lang ohne Strom zurechtkommen. Geschäfte blieben geschlossen. Viele Menschen, die von Wasser abhängig sind, das aus Quellen gepumpt wird, konnten weder sich noch Wäsche waschen.
Der Himmel war fast schwarz, der Sturm tobte mit unerträglicher Lautstärke, es goss stundenlang aus allen Kübeln. Tagelang wehten unzählige weiße Fahnen entlang der Straßen in Weligama – weiß ist hierzulande die Farbe der Trauer. Es war ein schlimmes Erlebnis. Inzwischen sind die gröbsten Schäden behoben – wir haben geholfen, wo wir konnten: zerdepperte Dächer gerichtet, beschädigte Häuser repariert, Trinkwasser organisiert, Lebensmittel besorgt und getröstet.
Eben kam eine Meldung, dass auf Grund der anhaltenden, schlechten Wetterverhältnisse in den vergangenen Tagen landesweit bisher über 10 000 Familien betroffen und über 1800 Familien obdachlos sind.
Wir haben immer viel zu tun. Jede Spende hilft, die Not zu lindern.“
Für uns hier kaum zu glauben, aber trotz ihrer extremen Notlage freuen sich die Menschen in Weligama auf Weihnachten und sehen, auch dank der Jayawickreme-Stiftung, mit Hoffnung in die Zukunft.
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