Hilfe aus der Heimatstadt nötig
10.09.2008 | 19:01 Uhr 2008-09-10T19:01:00+0200
Plettenberg. „Kommen Sie nach Sri Lanka, die Menschen sind so nett. Schauen Sie sich unsere Arbeit in Weligama an, da gibt es keinen Bürgerkrieg!”
So lud Susanne Loos-Jayawickreme am Dienstag abend im Ratssaal alle interessierten Plettenberger ein. In einem nur kleinen, aber hoch aufmerksamen Kreis hatte die Plettenbergerin über ihre Hilfsprojekte im Süden des seit langem Krisen geschüttelten einstigen Traumlandes für Touristen gesprochen.
Die private Hilfsorganisation, die die Plettenbergerin seit gut acht Jahren mit ihrem Mann in der Region Weligama aufgebaut hat, sorgt dafür, dass es jungen als auch alten Menschen besser geht.
Nachdem die Tsunami-Katastrophe jetzt fast vier Jahre zurück liegt, ist das Interesse der Medien an dessen Folgen angesichts neuer schrecklicher Vorfälle nur noch schwach. Susanne Loos-Jayawickreme hofft, dass das Interesse in Deutschland und vor allem in ihrer Heimatstadt Plettenberg nach wie vor größer bleiben wird. „Sie haben hier schon viel geholfen!” Auf Ratsbeschluss bekommen die Projekte des engagierten Ehepaars für fünf Jahre 5000 Euro im Jahr. Eigentlich gedacht für Tsunami-Hilfe, werden sie, nach Absprache mit der Stadt, für die Einrichtung und Unterhaltung einer Altenbegegnungsstätte genutzt. „Die alten Menschen sind in Zeiten der sich auflösenden Großfamilie oft völlig unversorgt, abgeschoben und isoliert.” Die mitgebrachten Bilder zeigen hoffnungsvolle Einblicke; die alten Menschen werden in menschenwürdiger freundlicher Unterkunft nicht nur mit Nahrung, sondern auch seelisch betreut. „Bemerkenswert, dass die alten Frauen keinen Fernseher wollten, sondern Material zum Handarbeiten!”
Eine Vision der Hoffnung sind die „Häuser der Armen” für 600 identifizierte Familien. Auch mit Plettenberger Hilfe – ein solides Häuschen kostet 3500 Euro – konnte das Hilfswerk inzwischen 50 errichten, alle stabil, asbestfrei und Termitensicher: „Die Häuser steigern die Motivation der Menschen; nicht nur die Frauen, auch die Männer entwickeln Eigeninitiative, gehen arbeiten und trinken nicht mehr, die Zensuren der Kinder bessern sich.”
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