„Geld für Kirchturm gut angelegt“
27.07.2011 | 18:05 Uhr 2011-07-27T18:05:00+0200
Plettenberg.Der Kirchturm wird gespickt mit Stahl, ein ganzes Korsett aus Eisen und Beton spritzen Spezialfirmen bald in die Mauern der Christuskirche. So etwas kostet: 560 000 Euro, großzügig kalkuliert, muss die Kirchengemeinde aufbringen und zapft dazu alle Töpfe an. Auch die Stadt Plettenberg. Bei ihrem Ortstermin am Montag (wir berichteten) versprach die CDU der Ev. Kirchengemeinde ihre Unterstützung.
„Wir werden den Antrag auf Fördermittel an die Stadt mittragen“, bestätigt CDU-Fraktionschef Heiko Hillert. „Die Christuskirche ist das Wahrzeichen unserer Stadt, hier Mittel bereitzustellen, ist gut angelegtes Geld.“ Insofern könne man die Besichtigung – über 20 CDU-Leute zwängten sich die enge und steile Turmtreppe hinauf – auch als Werbetermin auffassen. Im Rahmen der Haushaltsplanberatungen wolle man auf den Rat einwirken, die Gelder zu gewähren.
Erfreulicher Zuspruch aus der Bevölkerung
Und das offensichtlich aus Überzeugung: Nach der Begehung zücken einige der Politiker angesichts der Spendentruhe das Portemonnaie. . .
Allein die Summen für die Vorarbeiten – Probebohrungen und -grabungen, Analysen und Expertisen – schlagen der Kirchengemeinde mit 50 000 Euro ins Kontor. „Wir haben bereits fünf Jahre lang eine Baurücklage von 200 000 Euro angespart“, informiert Pfarrer Dietmar Auner. Dennoch mussten die Kosten immer wieder nach oben korrigiert werden. Es dauerte, bis das ganze Maßnahmenpaket feststand: Stabilisierung des Untergrunds und der Wände, Verzahnung der einzelnen Mauern miteinander, Dachstuhlarbeiten. „Außerdem wird das Glockengestühl stabilisiert“, so Auner weiter. Die Schwingungen der schweren Glocken haben das Ihre dazu beigetragen, die Statik des Turms zu schwächen.
Landeskirche und Denkmalschutzbehörde erhielten bereits Anträge, weitere Verfahren an Stiftungen laufen noch, ebenso an die Stadt. „Bei den Landesmitteln sieht es nicht ganz so gut aus“, so Auner, im Zuge der Haushaltskonsolidierungen werden Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich im Etat des Landes NRW erwartet. „Das könnte bei den Denkmalmitteln passieren“, erwartet Auner.
Dass die Summe nochmals nach oben korrigiert wird, ist nicht ausgeschlossen, die Verantwortlichen haben bei der Planung aber Wert auf größtmögliche Sicherheit gelegt. „Eine Firme übernimmt die ganze Maßnahme“, sagt Pfarrer Andreas Hirschberg, gleichwohl sei keine Firma zu einem Festpreis bereit gewesen, zu groß mögliche Unwägbarkeiten. „Für die Probebohrungen waren zwei bis drei Tage angesetzt; schließlich wurde das Vorhaben nach einer Woche abgebrochen, da die Werkzeuge stumpf wurden“, berichtet Auner. Er sei aber zuversichtlich, dass die Berechnung solide ausgelegt ist.
Als weiteren Finanzierungsbaustein hat das Presbyterium die Einführung des freiwilligen Kirchgelds im nächsten Jahr beschlossen. „Andere Gemeinden haben damit positive Erfahrungen gemacht“, verspricht sich Auner eine finanzielle „Spritze“.
Überaus erfreut sind die beiden Pfarrer über den Zuspruch der Bevölkerung. „Man spürt, dass das Bauwerk wichtig für die Identität der Plettenberger ist“, so Auner. Sein Kollege Hirschberg ergänzt: „Man merkt bei den Veranstaltungen zugunsten des Gemäuers und im alltäglichen Gespräch, wie viele Menschen in irgendeiner Beziehung zur Christuskirche stehen.“
17:53
Hallo,
die Stadt Pettenberg scheint zu viel Geld zu haben!
Die Kirchen sind sehr reich und zahlen als
Religionsvereine keine Steuern auf nichts, obwohl sie von der Infrastruktur dieses Staates nur profitieren. Wer sich über die Kirchenfinanzen
informieren will, sollte mal hier nachschauen:
http://hpd.de/node/10633
Kein Geld und keine Zeit mehr für reiche Kirchen!
Viele Grüße
arno