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Grube "Neu Glück"

Faszinierende Tour unter Tage

01.06.2009 | 18:34 Uhr

Plettenberg. Einen Blick unter Tage werfen, die ehemalige Bleierzgrube „Neu Glück” auf der Weide besichtigen, das hatten am vergangenen Samstag rund 50 Plettenberger zum Ziel. Sie erlebten Beeindruckendes.

Die Teilnehmer bekamen besondere Einblicke. Foto: Horst Hassel

Die Gäste ließen sich vom Heimatkreis, der den Besucherstollen im Angebot hat, im Weidenhof-Kino mit Grubenhelmen und knallgelben Ponchos ausstatten. Durch das Stollenmundloch am Radweg ging es dann auf eine rund 40-minütige Tour durch die Unterwelt.

Nach drei Jahren Genehmigung entzogen

Es war am 15. April 1755, als der aus Hilchenbach stammende Hermann Schantz (er legte am 18. Februar 1738 den Plettenberger Bürgereid ab) sich oberhalb des Elsebaches das Grubenfeld „Neu Glück” verleihen ließ. Abgebaut wurde Bleierz, doch in welchem Umfang, darüber gibt es bislang wenig Nachrichten. Überliefert ist, dass Hermann Schantz eine nicht genehmigte Abbaustrecke in Angriff nahm, sodass man ihm schon nach drei Jahren die Genehmigung entzog.

Alles das und noch viele mehr erfuhren die Stollenbesucher am vergangenen Samstag durch die Grubenführer Martin Zimmer, Henning Hobein und Horst Hassel. Warum sich überhaupt Bleierz im Grauwackengestein ablagerte, wie unsere Vorfahren durch fehlenden Bewuchs am Waldboden das Vorhandensein von Schwermetall erkannten, dass Blei zur Trennung von Silber aus Kupfer und natürlich für Wasserrohre benötigt wurde, und einiges über die Nutzung eines Stollenteils als Luftschutzbunker und sogar als kurzzeitiges Gefangenenlager für 25 amerikanische Kriegsgefangene..

Zum Tag des Denkmals am 14. September 2008 war es erstmals möglich, die Grube "Neu Glück" zu besichtigen. Als Straßen.NRW im Jahre 2004 mit dem Bau des Hestenbergtunnels begann, wurden die alten Stollengänge angeschnitten.

Bleierz länger als drei Jahre abgebaut

Die Sprengarbeiten förderten Stollengänge zutage, die in Richtung Kersmecketal führten und deren Länge belegte, dass dort viel länger als die überlieferten drei Jahre Bleierz abgebaut worden sein muss.

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