Ev. Kirchengemeinde jongliert mit Baumillionen
07.07.2011 | 19:00 Uhr 2011-07-07T19:00:00+0200
Plettenberg.Die Ev. Kirchengemeinde Plettenberg jongliert mit gewaltigen Summen. Insgesamt rund eine Million Euro werden die beiden Bauvorhaben der Gemeinde, Erweiterungsbau des Familienzentrums Mittendrin sowie Sanierung des Glockenturms der Christuskirche, kosten.
Der Ausbau an der Lehmkuhler Straße für U-3-Kinder schreitet voran, soll zum neuen Kindergartenjahr abgeschlossen sein. Die Pfarrer Dietmar Auner und Andreas Hirschberg von der Trägergemeinde sowie die Leiterin des Familienzentrums, Renate Chowanetz, freuen sich über die Entwicklung: „Nach einjähriger Planungsphase haben wir im Mai mit den Umbauarbeiten begonnen, voraussichtlich wird alles bis September fertig gestellt sein.“
Auner erklärt: „Es gilt, viele gesetzliche Auflagen zu beachten, deshalb dieses große Kostenergebnis.“ Auf etwa 100 qm Fläche werden im Dachgeschoss zwei Gruppenräume, ein Flur mit Garderobe, Waschraum und Terrasse mit Außentreppe ausgebaut. Dafür sind etwa 420 000 Euro eingeplant, wobei das Land 180 000, die Kommune 135 000 beisteuert. Der Rest muss von der Gemeinde gestemmt werden.
„Wir haben als Gemeinde die Pflicht, unsere Gebäude zu pflegen und diese Summe ist gerade ausreichend für den Start der U-3-Einrichtung, aber noch nicht für den Betrieb“, so Auner. Nach Erfahrungen anderer Plettenberger Familienzentren ist diese Maßnahme ein Zukunftsmodell mit positiven Aussichten.
Die Kinder der U-3-Gruppe können nicht im Dachgeschoss untergebracht werden. Deshalb zieht die Gorilla-Gruppe (3-6 Jahre) nach oben. Die jüngeren Kinder können im barrierefreien Erdgeschoss von den Eltern vorbeigebracht werden. Sogar eine Garage für Kinderwagen ist vorhanden. 16 U-3-Plätze sind geplant und bereits ausgebucht. Davon sind zehn Kinder im Alter bis drei Jahre, sechs Kinder im Alter von zwei bis sechs. 18 Mitarbeiterinnen kümmern sich um fünf Gruppen mit insgesamt 110 Kindern.
Vereine helfen durch
Benefizveranstaltungen
Die zweite Baustelle der Gemeinde ist der Turm der Christuskirche, ältestes denkmalgeschütztes Gebäude Plettenbergs. Nach langwierigen Untersuchungen am alten Gemäuer gingen im April die Ausschreibungen heraus. Nach einem Grundsatzbeschluss des Presbyteriums sind nach Sichtung der Angebote für die Turm- und Dachstuhlsanierung etwa 560 000 Euro eingeplant.
Davon sind 200 000 aus substanzerhaltenden Rücklagen gesichert. Der restliche Anteil muss noch erarbeitet werden, etwa mit Fördermitteln und Krediten. Auner hofft auf weitere, externe Unterstützung. So sind nach dem Konzert des Stadtverbands für Chormusik weitere Benefizveranstaltungen für den Erhalt der Christuskirche in Planung. „Das Konzert war ein Einstieg, um Öffentlichkeit zu schaffen. Ich finde es schön, dass viele Vereine durch die Presse auf unsere Situation aufmerksam geworden sind und uns unterstützen wollen“, freut sich Auner über die Resonanz.
Zum Tag der Kultur am Freitag, 15. Juli, wird sich die Kirchengemeinde um den kulinarischen Sektor kümmern. Auch hier kommt der Erlös der Christuskirche zugute.
Früher hatte die Gemeinde mehr als 13 000 Gemeindeglieder, heute nur noch 6600. Über Jahrhunderte mussten nur die Kosten für Christus- und Böhler Kirche getragen werden, in den Jahren von 1954 bis ‘62 wurden aber fünf Kirchen gebaut, da der Bedarf durch Zuzug von Aussiedlern und Flüchtlingen stieg.
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