„Europa wirkt sich direkt auf Region aus“
21.10.2011 | 16:56 Uhr 2011-10-21T16:56:00+0200
Plettenberg.Europa mit all seinen Facetten, Ungereimtheiten und Möglichkeiten – so lautete der Titel des Vortrags von Dr. Peter Liese, dem Europaabgeordneten der CDU für Südwestfalen.
Knapp 30 Zuhörer aus den Reihen der Ortsunion Plettenberg lauschten am Donnerstag im Central-Café Ochtendung den kompetenten Ausführungen Lieses zu den derzeit heiß diskutierten Themen Finanzpolitik und Energiewende.
Der 46-Jährige vergaß während seines gut einstündigen Vortrags nicht, immer wieder die unmittelbare Bedeutung europäischer Politik für die Region Südwestfalen und die Stadt Plettenberg zu betonen. So wäre etwa ein Austritt Griechenlands oder anderer finanziell gefährdeter europäischer Staaten aus der gemeinsamen Währung „ein ganz dickes Problem für Südwestfalen“.
Kritische
Diskussionsrunde
Gerade industriell geprägte Regionen würden unter dem Verlust wichtiger Absatzmärkte in der Eurozone leiden, ist sich Liese sicher. In dieser Zone blieben derzeit 43 Prozent deutscher Exporte im Gesamtwert von 348 Milliarden Euro, verdeutlichte der gebürtige Olsberger dem Publikum mit Hilfe verschiedener Diagramme auf der Leinwand.
„Ich bin also ganz klar gegen einen Rauswurf Griechenlands“, betonte Liese, der in diesem Fall eine „Ansteckungsgefahr“ befürchtet und dabei die Finanzmisere der Hellenen innerhalb Europas mit einem Wohnungsbrand in einem Hochhaus verglich. „Falsche Handlungen können fatale Signale für Italien, Spanien, Irland oder andere Staaten sein“, vermutet der Christdemokrat.
Finanzpolitik bewegt Gemüter
Liese verdeutlichte während seines engagierten Vortrags auch die politische Bedeutung der gemeinsamen europäischen Währung. Dabei zitierte er CSU-Gründer Dr. Josef Müller, der 1946 kurz nach seiner Entlassung aus der KZ-Haft sicher war: „Länder mit gemeinsamer Währung führen nie mehr Krieg gegeneinander.“ Außerdem gehe die wirtschaftliche Kraft Europas mit der seiner weltpolitischen Bedeutung in Zukunft einher.
Besonders freute sich Dr. Peter Liese über „die Vielzahl junger Gesichter“ bei seinem Vortragsabend im Central-Café. Liese bekannte sich als „großer Fan“ der Jungen Union, in der auch er seine politische Laufbahn begann: „Ohne die Junge Union säße ich heute Abend nicht hier bei ihnen.“
Ortsunionsvorsitzender HeinzDietmar Schulz bedankte sich für den „interessanten und informativen Abend“ bei dem mit viel Applaus bedachten Gast mit einer Schachtel „Hestenberger Tunnelpralinen“.
Wie sehr die europäische Finanzpolitik die Gemüter der Plettenberger Ortsunionsmitglieder beschäftigt, zeigte sich in der knapp einstündigen, durchaus kritischen Diskussionsrunde mit dem Europaabgeordneten. Fragen zur Energiewende, dem zweiten Teil von Lieses Vortrag, wurden dabei kaum gestellt.
Liese wünscht sich mehr Windräder
Zuvor erntete der CDU-Politiker reichlich Zustimmung, als er sich für verbesserte Sicherheit deutscher Atomkraftwerke aussprach. In puncto erneuerbare Energien sieht Liese Deutschland auf einem guten Weg, sei doch deren Anteil im Stromnetz im ersten Halbjahr 2011 erstmals auf über 20 Prozent gestiegen. Gerade im Sauerland wünscht sich der CDU-Abgeordnete mehr Windräder: „Zwar nicht auf jedem Berg, dafür aber auf konzentrierten Flächen.“
Beim Thema Energiesparen riet Liese vor allem zum Gebrauch von Halogen-Glühlampen, die sich im Gegensatz zu den teilweise unbeliebten Energiesparlampen durch identische Optik zu den gewohnten Glühlampen auszeichneten.
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