Donnerbüchsen machen Schluss
03.02.2012 | 15:00 Uhr 2012-02-03T15:00:00+0100
Herscheid.Eine Ära geht nach 45 Jahren zu Ende: Die Herscheider Donnerbüchsen werden am 15. Juli beim Schützenfest zum letzten Mal auf der Bühne in der Schützenhalle stehen.
Intern habe sich diese schwere Entscheidung schon länger abgezeichnet, erläuterte Donnerbüchsen-Chef Thomas Deitmerg. Nach eingehender und emotionaler Debatte unter den elf Mitgliedern sei bei der Jahreshauptversammlung der Beschluss zum Aufhören gefasst worden.
Eingefahrene Frühschoppen-Rituale
Grund für die Einstellung des Donnerbüchsen-Frühschoppens seien fehlende interessante Themen. Eingefahrene „Frühschoppen-Rituale“ würden mittlerweile keinen Besucher mehr vom Hocker reißen. Entsprechend sei auch der Besuch des Schützenfestfrühschoppens von Jahr zu Jahr geringer. Siggi Bruns: „Wenn es so weiter geht, singen wir in drei Jahren für 50 Besucher. Dann ist es besser, heute und nicht übermorgen aufzuhören.“
Die Motivation, so stellten die Donnerbüchsen selbstkritisch fest, lasse bei fehlenden, zündenden Themen und Ideen zu wünschen übrig. Die zeitweise geringe Beteiligung bei den monatlichen Übungsabenden, bedingt durch berufliche und persönliche Gründe, seien ein weiterer Grund. Auch die Präsente für die „Sünder“ seien nicht mehr der Knüller und längst nicht mehr so originell wie in der Vergangenheit.
Mit der personellen Altersstruktur und Zusammensetzung sei die Gruppe nicht mehr in der Lage, den Besuchern ein zugkräftiges Programm zu bieten. „Seit Jahren sprechen wir von einem neuen Programmablauf, aber wir bekommen einfach nicht die Kurve,“ so Donnerbüchse Peter Klüppelberg.
Die Entscheidung sei schmerzlich, sagt Thomas Deitmerg. Auf der anderen Seite biete sich jetzt die Chance, für eine andere, jüngere Gruppe etwas Neues aufzubauen. Zeit genug für eine Neuplanung bis zum Schützenfest 2013 sei jetzt gegeben. Deitmerg: „Vielleicht findet sich ja eine neue Truppe.“ Ansätze aus den Reihen der Jungschützen gebe es ja beispielsweise mit der Aprés-Ski-Party, die am heutigen Samstag in der Schützenhalle stattfindet.
Donnerbüchse Erwin Weth machte den Vorschlag, einen „Dorf-Frühschoppen“ zu gestalten, der von verschiedenen Herscheider Vereinen getragen und organisiert werde. Thomas Deitmerg appellierte in seinem Schlusswort an seine Donnerbüchsen, alle Hebel und Ressourcen noch einmal zu aktivieren, um den letzten Donnerbüchsen-Frühschoppen am 15. Juli zu einem besonderen Erlebnis zu machen.
Bis zum nächsten Übungsabend am 7. März soll ein Grobkonzert für den „Abschieds-Frühschoppen“ vorliegen.
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