"Beschimpfungen helfen nicht"
01.12.2009 | 20:30 Uhr 2009-12-01T20:30:00+0100
Plettenberg. Zur Diskussion über die Zukunft des P-Weges schreibt Josef Spahn, Dingeringhauser Weg 70 in Plettenberg folgenden Leserbrief:
Die momentane öffentliche Diskussion ist für die weitere Ausrichtung des P-Weg-Mara-thonwochenendes äußerst schädlich. Beschimpfungen, Anfeindungen oder Boykottdrohungen haben noch nie bei Lösungen von Problemen geholfen.
Ich persönlich war von den Anfängen des P-Weg-Marathons bis unmittelbar nach der dritten Veranstaltung 2006 Mitglied im P-Weg-Team. Ein Hauptgedanke beim Vorhaben P-Weg war u.a. das Motto: „Von Plettenbergern für Plettenberger”. Alle gemeinsam, P-Weg-Team, Stadtverwaltung, Nachbargemeinden, Forstamt, Waldbesitzer, Jäger, Helfer, Sponsoren, Zuschauer und Sportler haben es geschafft, eine Veranstaltung in dieser Region auf die Beine zu stellen, die ihresgleichen sucht.
Wir alle haben die erste Veranstaltung aus dem Nichts ans Laufen gebracht. Für mich persönlich steht aber fest, dass wir im Vorfeld die Waldbesitzer und Jäger zu wenig einbezogen haben.
Nach der Veranstaltung 2004 verhärteten sich die Fronten zwischen den Waldbesitzern/Jägern und dem P-Weg-Team. In Leserbriefen und Einträgen im Gästebuch der Homepage des P-Weg-Teams und einer privaten P-Weg-Seite eskalierte die Situation immer weiter. Nachdem die Leserbriefe abgeebbt waren und der private Betreiber die Pro-P-Weg-Seite geschlossen hatte, gab es nach ca. vier „ruhigen” Wochen Gespräche zwischen dem P-Weg-Team und den Waldbesitzern/Jägern. Gespräche, die eine Fortführung der Veranstaltung möglich machten.
Es gab aber auch weitere Probleme in den Folgejahren.
Meiner persönlichen Meinung nach waren wir vom P-Weg-Team aber auch nicht ganz unschuldig in diese Situationen reingeschliddert. In der Euphorie des Erfolges haben wir den spärlichen Kontakt mit den Waldbesitzern und Jägern nach 2004 in den Jahren 2005 und 2006 stark vernachlässigt. Ich sehe auch mich da voll in der Verantwortung.
Im Vorfeld der Veranstaltung 2004 hatten wir einen Ortstermin mit dem Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft Affeln, im Beisein des Vorsitzenden des Landmaschinenvereins Affeln, über die Streckenführung im Bereich Birnbaum. Der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft schlug uns den Weg über die Homert zum Ausspann statt der Straßenquerung am Birn-baum vor. Wir haben von der Veranstaltung 2004 gesprochen. Bei der Helferfete 2004 war der Vorsitzende einer Forstbetriebsgemeinschaft aus dem Bereich Altenaffeln/Affeln anwesend.
Da sich die Wege auf Neuenrader Stadtgebiet im Eigentum der Stadt befinden, haben wir nach der Veranstaltung leider von uns aus die guten Kontakte zur Jagdgenossenschaft und zur Forstbetriebsgemeinschaft einschlafen lassen.
Rein rechtlich gesehen, ist die Stadt Neuenrade als Eigentümer der Wege Ansprechpartner für das P-Weg-Team/Stadt Plettenberg. Ob die aktuellen Streckenpläne für 2009 an die Stadt Neuenrade weitergeleitet wurden, vermag ich nicht zu sagen. Es hat jedenfalls erhebliche Irritationen und Verstimmungen schon vor der Veranstaltung 2009 gegeben.
Eine Veranstaltung wie der P-Weg lebt auch von Emotionen, und dazu gehören auch Kontaktpflege und Gespräche bei einem Sauerländer Pils. So kommen im Vorfeld erst keine Konflikte auf, bzw. sie können im Keim erstickt werden.
Auch ich bin Sportler und nehme an Veranstaltungen im In- und Ausland teil und trainiere in heimischen Wäldern. Jeder Sportler sollte im Training selbstverständlich die Interessen der Waldbesitzer und Jäger respektieren. Wenn Gruppen von Läufern/Wanderern/Walkern oder Bikern zum Teil Absperrungen bzw. Schilder bei einer Jagd missachten, dürfen wir uns über Reaktionen von Waldbesitzern oder Jägern nicht wundern. Dies gilt auch bei Trainingsbetrieb in der Dunkelheit oder sonstigem rücksichtslosen Verhalten im Wald.
Es ist an sich traurig, dass ein Ehrenkodex von P-Weg-Team und Waldbesitzern erarbeitet werden musste.
Was ist eine Minderheit? Zwei, drei Läufer/Wanderer/Biker? Sportlergruppen bis zu 10, 15, 30 Personen oder 20, 30, 40 Prozent eines möglichen Starterfeldes? Sind ein oder zwei Waldbesitzer/Jäger oder der Vorsitzende einer Jagdgenossenschaft bzw. Forstbetriebsgemeinschaft, der im Auftrag seiner Gruppe spricht, eine Minderheit?
Über diese Frage zu streiten, ist in der jetzigen Situation müßig. Das Verhalten der „Sportlerminderheit” ist auf jeden Fall mit ausschlaggebend für den Fortbestand der Veranstaltung in der Zukunft.
Wichtig ist jetzt nur, das P-Weg-Marathonwochenende auf Dauer in Plettenberg ohne jährlich wiederkehrende Konfrontationen zu etablieren. In welcher Form und auf welchen Wegen auch immer.
0mitdiskutieren