Aus Jagdpflegeverein wurde Hegering
15.10.2008 | 15:25 Uhr 2008-10-15T15:25:00+0200
Auf 100 bewegte (Jagd-)Jahre kann der Hegering Plettenberg zurückblicken.
Dem 1908 ins Leben gerufenen „Jagdpflegeverein Plettenberg” gehörten als Gründungsmitglieder Heinrich Hanebeck, Albert Hesmer und Otto Wirth an. Dessen Bruder Paul, nach 1950 lange Jahre Vorsitzender der Jagdkreisgruppe Altena-Lüdenscheid und Jagdkreisberater, kam 1913 dazu. Die anfangs zahlenmäßig recht überschaubare Gruppe wuchs ständig. In den Aufzeichnungen sind viele Namen zu finden, die heute noch präsent sind, wenn originelle (und wahrscheinlich mit viel Witz und Liebe ausgeschmückte) Jagdgeschichten aus Plettenberg erzählt werden – heitere, schrullige, „menschelnde” und charakterisierende. Wie vieles andere im Dritten Reich erfuhr auch das Jagdwesen eine straffe Organisation. Im Reichsjagdgesetz von 1935 ist die Verpflichtung zur Hege und Erhaltung eines gesunden, artenreichen Wildbestands gesetzlich verankert. Ein Grundsatz, der bis heute Gültigkeit hat. 1945 ging das Jagdrecht auf die alliierten Siegermächte über; die Plettenberger Jäger mussten ihre Waffen abliefern und erhielten strengstes Jagdverbot. Englische Soldaten jagten in den heimischen Revieren, später erhielten allerdings ausgesuchte Plettenberger Jäger englische Militärkarabiner samt Munition, um Wildschweine jagen zu dürfen. Im April 1951 waren alle Karabiner nebst unverbrauchter Munition, leerer Hülsen und Berechtigungsschein wieder bei der Militärregierung in Altena abzuliefern; es konnte ein deutscher Waffenschein zum Erwerb eines Jagdgewehrs beantragt werden. Während dieser schweren Zeit hielt Rudi Schulte als Hegeringsleiter seine Plettenberger Jäger zusammen. Auf seinen Vorschlag wählten die Mitglieder 1956 Hans-Walter Pfeiffer aus Ohle einstimmig zum Nachfolger. Vier Jahrzehnte lang leitete Pfeiffer die Geschicke, ehe er auf seinen Wunsch vom heutigen Hegeringsleiter Robert Lützenkirchen beerbt und von den Jägern zum Ehren-Hegeringsleiter ernannt wurde. Durch Lützenkirchens langjährige Mitgliedschaft im Präsidium des Landesjagdverbands und Präsident der DEVA (Deutsche Versuchsanstalt für Waffen und Munition in Berlin-Wannsee, später in Buke/NRW) waren die Mitglieder des Hegeringes Plettenberg stets auf dem neuesten Stand der jagdlichen Entwicklung. Im Jubiläumsjahr hat der Hegering Plettenberg als unterste Organisationsform der Märkischen Kreisjägerschaft im Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen aktuell 208 Mitglieder. Zum Hegering gehören 32 Jagdreviere unterschiedlichster Größe auf Plettenberger Stadtgebiet mit jagdbarer Fläche von etwa 7000 ha. Hauptwildarten sind Reh-, Schwarz- und Damwild (in geringer Zahl auch Rotwild) sowie Fuchs, Dachs, Marder, Hase, Kaninchen und Enten an den Gewässern.
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