Ärger mit Jagdsteuer und Schweinepest
10.03.2009 | 18:10 Uhr 2009-03-10T18:10:00+0100
„Jagdsteuer und Schweinepest gehören aktuell zu den Sorgenthemen des Hegerings Plettenberg.” Daher forderte Vorsitzender Robert Lützenkirchen seine Jagdkameraden auf der Hauptversammlung im Haus Elsetal zur Mithilfe auf.
„Wir müssen gemeinsam Druck machen, dass wir unser Ziel endlich erreichen”, hofft Lützenkirchen auf eine baldige Abschaffung der Jagdsteuer. Zwar habe die Politik mit CDU und FDP bereits ein Wahlversprechen abgegeben, dennoch müsse man unbedingt auf dessen Realisierung drängen.
Landesweite Unterschriften- und Flugblattaktionen sowie Verhandlungen mit der Landesregierung gehören zu den geplanten Aktionen des Landesjagdverbands.
Für den Märkischen Kreis betrage die Einnahme aus der Jagdsteuer etwa 360 000 Euro. Von daher rechnet Lützenkirchen mit Gegenwehr.
Notfalls zum letzten Mittel greifen
Notfalls müssten die Jäger „zum letzten Mittel greifen”: Die landesweite Verweigerung, Unfallwild von der Straße zu beseitigen und zu entsorgen. Noch werde diese Aufgabe freiwillig von den jeweiligen Besitzern des Reviers erledigt. Falls sich die Jäger künftig dazu weigern, müsse das Ordnungsamt einspringen und das Wild offiziell über den Abdecker entsorgen, was etwa 200 Euro pro entferntes Wild kosten würde.
Ein weiteres Problemfeld für den Hegering ist die drohende Schweinepest in den Schwarzwildbeständen.
Kreisveterinär Dr. Jobst Trappe informierte über Verhaltensregeln und die aktuelle Lage im Kreis. Im Dezember sei die Schweinepest trotz Impfungen im Rhein-Erft-Kreis über den Rhein gesprungen und drohe nun in die heimischen Wälder vorzudringen. Halver, Kierspe und Meinerzhagen seien bereits zum „gefährdeten Gebiet” erklärt worden und der Plettenberger Raum zum Beobachtungsgebiet.
Das heißt, dass von jedem geschossenen Schwein ein daumengroßes Stück Milz und Niere sowie eine Blutprobe entnommen und zum Kreishaus nach Lüdenscheid gebracht werden muss – ein 100-prozentiges Monitoring also. Die Proben sollten mit Wildmarke und Wildursprungsschein abgegeben werden. Spätestens nach neun Tagen erhalte der Jäger das Ergebnis der Untersuchung.
Lützenkirchen appellierte an seine Waidkameraden: „Wir müssen das Thema sehr ernst nehmen, damit die Pest nicht auf die Hausschweine übergeht und wir Probleme mit den Landwirten bekommen.” Es gelte, den Schwarzwildbestand intensiv zu bejagen.
Intensive Bejagung des Schwarzwildes
Seit Ende Februar wurde mit der Auslegung von Impf-Ködern bereits „ein gutes Stück Arbeit getan”. Dies werde im Laufe des Jahres noch dreimal wiederholt, so dass sich Annahmen zu Folge ein „stabiler Impfbestand” gebildet haben müsste, der ein ganzes Leben lang anhält. Dr. Trappes Anliegen: „Wir müssen die Schweinepest hier zum Stehen bringen!”
Nebenbei bemerkt: Für den Menschen ist die Schweinepest nicht gefährlich.
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