120 Dias waren mehr Kür als Pflicht
27.03.2008 | 21:17 Uhr 2008-03-27T21:17:09+0100Plettenberg. "Reisen bildet" - nicht bloß ein Motto, für Wilhelm Wicker scheint es eine Lebensphilosophie zu sein. ...
... Am Mittwoch referierte er beim Seniorentreff Ohle unter dem Motto das Thema "Unsere weiße Milch und der Durst des gelben Mannes" über China. Der Seniorentreff, der eigentlich im Zeichen des Frühlings stehen sollte, bestach eher durch den Schneematsch vor dem Gemeindehaus. Vielleicht kamen auch deswegen weniger Besucher als üblicherweise zu dem gemütlichen Beisammensein. Nichts desto trotz ließen es sich die Frauen und Männer nicht nehmen, den Frühling mit ein paar Liedern symbolisch anzulocken, bevor Wilhelm Wicker mit seinem Vortrag begann "Wenn man sich Mühe gibt, kann man den Leuten auch mehr mitgeben als Bildchen", erklärte Wilhelm Wicker vor seinem Vortrag. Die 120 Dias, die sein Referat anschaulich begleiteten, waren also mehr Kür als Pflicht. Wicker war es weniger wichtig, einen Reisebericht über das Land der aufgehenden Sonne zu halten, viel mehr wollte er über die Entwicklung Chinas und seine Bedeutung für die westliche Welt informieren.
Wirtschaftswachstum von 11 Prozent normal
Grundlage seines Vortrages war eine Reise, die ihn vor 10 Jahren nach China führte. Mit den dort gewonnenen Eindrücken und mit seinem wachen Auge der letzten Jahre erarbeitete Wicker das Referat, das über die rasche Entwicklung Chinas in den vergangenen Jahren aufklärte. Er wolle die Menschen nicht über die Probleme in Tibet informieren, das fände man zur Zeit in jeder Zeitung, viel mehr wolle er mit Unterstützung der Fotos auch auf andere Probleme und Entwicklungen hinweisen. Wie rasant der Aufschwung China erfasst, komprimierte Wicker in einigen Zahlen: Während seines Besuches dort, lebte der Durchschnittschinese auf 6,5 Quadratmeter, heute, zehn Jahre später sind es immerhin 14 Quadratmeter. Aus dem einst landwirtschaftlich geprägten Land, ist mittlerweile ein boomender Staat geworden, der im kommenden Jahr zehn hochgerüstete Atomkraftwerke in Betrieb nehmen wird, um seine hohen Energiekosten decken zu können; Während in Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent ein Grund zur Freude ist, ist in China ein Wachstum von 11 Prozent normal. "In China tut sich was, von dem die meisten Europäer noch nicht richtig Ahnung haben", so Wicker. "Wir müssen in diesem Europa, der alten Welt, zur Kenntnis nehmen, was sich hier entwickelt hat und noch entwickeln wird."
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