Osthaus-Museum in Hagen präsentiert moderne Kunst aus China

Im Hagener Osthaus-Museum werden ab Mai moderne chinesische Kunstwerke ausgestellt.
Im Hagener Osthaus-Museum werden ab Mai moderne chinesische Kunstwerke ausgestellt.
Foto: Andreas Thiemann
Was wir bereits wissen
Osthaus-Museum präsentiert junge, moderne Kunst aus China. Sieben weitere NRW-Städte stellen parallel dazu ebenfalls Kunst-Positionen aus Fernost vor.

Hagen. „. Im Kanon der acht beteiligten Städte haben wir hier in Hagen ohne Frage ein deutliches Alleinstellungsmerkmal.“ Tayfun Belgin, Leiter des Karl Ernst Osthaus-Museums, hat tatsächlich bei der Auswahl der Exponate ein glückliches Händchen bewiesen. Mehr noch, er hat sich in der Vorbereitung zur fulminanten Kunstausstellung „China 8“ auf die Bereiche angewandte Kunst und Skulptur fokussiert und konnte damit den vielleicht spannendsten und interessantesten Aspekt dieser Schau in sein Haus an die Volme holen.

Acht Städte in NRW - Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Marl, Mülheim, Recklinghausen und eben Hagen - sind an dem Kultur-Projekt beteiligt, das übrigens von der Brost-Stiftung mit drei Millionen Euro im Wesentlichen finanziell getragen wird.

Künstler aus chinesischen Metropolen

Hagen Museumschef reiste schon 2013 nach China, um vor Ort die Auswahl der für ihn relevanten Künstlerinnen und Künstler zu sondieren. Das Ergebnis wird nun vom 16. Mai bis zum 13. September zu sehen sein: 17 Kreative aus den chinesischen Metropolen Peking, Shanghai, Hongkong und auch aus der Provinz stellen inmitten der anmutigen Jugendstil-Architektur des Osthaus-Museums ihre modernen Kunstwerke vor.

Folkwang Gerade der angewandten Kunst galt immer auch das Interesse des Hagener Mäzens Karl Ernst Osthaus (1874-1921), dem sich das Museum heute noch entsprechend verpflichtet fühlt. Hier stößt diese Tradition nun auf zeitgenössische Antworten aus China - und das Ergebnis ist ein Fest für die Augen und den Verstand.

Besucher wird von einer Überraschung zur nächsten geführt

Überdimensionale Vogelkäfige, disharmonisch scheppernde Violinen an der Leine, erotische Keramikarbeiten, gemalte Raumvisualisierungen und anderes mehr führt den Besucher von einer Überraschung zur nächsten.

„Das ist das China, das heute präsent ist“, schwärmt Tayfun Belgin und verweist beinahe schon nebensächlich darauf, dass der umfangreiche Ausstellungskatalog für alle acht parallel laufenden China-Ausstellungen so etwas wie ein Standardwerk der chinesischen Gegenwartskunst geworden ist.

Der Tradition verpflichtet

Waren die chinesischen Künstler noch vor 20 Jahren mit ihren Arbeiten deutlich nach Westen ausgerichtet, so scheinen sie inzwischen ihre Position zwischen Tradition und Moderne in großer Eigenständigkeit gefunden zu haben.

Tayfun Belgin legt in diesem Zusammenhang auch Wert auf den Hinweis, dass alle ausstellenden Künstler problemlos nach Deutschland ausreisen konnten: „Man darf sich in China schon künstlerisch frei äußern - solange man nicht die Partei kritisiert.“

Kein politischer Zündstoff

Ob und inwieweit in den Hagener Exponaten dennoch politischer Zündstoff steckt, ist wohl eine Anschauungsfrage. Die Künstler selbst interpretieren ihre Werke ausdrücklich im allgemeinen oder auch ästhetischen Lebensgefüge und vermeiden jeden Anschein eines politischen Engagements.