Zwischen Currywurst und Malumba

Dass Kinder nicht nur auf Fast Food, sondern auch auf viele weitere Gerichte Appetit haben, beweist das Kochbuch „Gasos liebste Rezepte“.
Dass Kinder nicht nur auf Fast Food, sondern auch auf viele weitere Gerichte Appetit haben, beweist das Kochbuch „Gasos liebste Rezepte“.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Lieblingsrezepte Oberhausener Kinder wurden gesammelt: Entstanden ist ein umfangreiches Kochbuch, das mehr bietet als nur Pommes und Spaghetti.

Oberhausen.. Ein fettiger Burger, eine große Pizza oder ein mächtiger Döner – oft kommt es den Erwachsenen in dieser Stadt so vor, als würde sich ihr Nachwuchs am liebsten nur von Fast Food ernähren wollen. Dass die jungen Oberhausener aber über einen weitaus feineren Gaumen verfügen, als ihnen vielleicht unterstellt wird, das beweist das Kochbuch „Gasos liebste Rezepte“. Auf 99 Seiten können Leser und interessierte Hobbyköche dort 79 Vor-, Haupt- und Nachspeisen entdecken. Von der Currywurst über das Möhren-Kräuterbrot, die Afrikanische Gemüsepfanne Malumba bis zu den Nussecken ist eine große kulinarische Bandbreite gegeben.

Der Clou an der Sache: Alle diese Rezepte wurden von Oberhausener Kindern eingereicht. „Es gab über 140 Einsendungen“, erklärt Wilhelm R. Kurze, der das Buch mit seinem Verlag „Karl Maria Laufen“ herausgebracht hat. Kurze, ebenfalls Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft Oberhausen, hatte zusammen mit der Stadtbibliothek und Oberbürgermeister Klaus Wehling im vergangenen Jahr einen Aufruf gestartet: Passend zur Aktion „Lesestadt Oberhausen“, die im vergangenen November unter dem Motto „Lesen geht durch den Magen“ stand, sollten Kinder ihre Lieblingsrezepte einschicken. „Die Resonanz war riesig“, so Kurze.

Kochen ist kein Hexenwerk

Die Pädagogin und Designerin Olga Cahoj-Roosen vom städtischen Bereich Familie, Bildung, Soziales war für das Zusammenstellen der Rezepte und die optische Aufbereitung verantwortlich. „Es war schön zu sehen, wie sehr sich die Kinder Mühe gegeben haben. Teilweise haben sie kleine Skizzen für die einzelnen Zubereitungsschritte gezeichnet.“ Wie sie bei der Vorstellung des Buches einräumen musste, lief ihr beim Studium der Rezepte mitunter das Wasser im Munde zusammen. „Vor allem die Nutella-Mandarinen-Torte hat es mir angetan.“

Als Mann vom Fach stand den Machern der Gastronom Jörg Hackbarth zur Seite. Eine wertvolle Unterstützung, da mitunter die Mengenangaben ungenau formuliert waren. „Viele süße Rezepte waren dabei“, beobachtete der Profikoch. Er sah jedoch auch schnell, dass die Gerichte weitaus mehr abbildeten als nur die typische Fast-Food-Küche. „Kochen ist kein Hexenwerk“, glaubt Hackbarth, der dafür plädiert, dass Kinder zum Kochen animiert werden sollen.

Wehling: Linsensuppe fehlt

Eine Sache ist Klaus Wehling beim Durchblättern des fertigen Buches aufgefallen. „Da gibt es ja gar kein Rezept für Linsensuppe“, erklärte er mit etwas gespielter Empörung. Dem möglichen Einwand, dass dieses Gericht vielleicht einfach in der jungen Generation nicht mehr geschätzt wird, trat der Oberbürgermeister direkt entgegen. „Mein fünfjähriger Enkel Jan freut sich jedes Mal, wenn er das bei meiner Frau und mir auf den Teller bekommt.“ Grünkohl sei dagegen nicht Jans Fall. Verleger Kurze konnte Wehling versichern: „Bei der zweiten Auflage ist die Linsensuppe mit an Bord.“