Zustimmung für mehr Tempo 30

Auf breite Zustimmung im Oberhausener Rathaus und im Polizeipräsidium trifft der NRW-Vorstoß, an Schulen, Kindertagesstätten, Altenheimen und Krankenhäusern bald ein generelles Tempolimit von 30 Stundenkilometern vorzugeben. Raser sollen vom Gas, damit Kinder, Senioren und Kranke besser vor Unfällen geschützt werden.

„Wir begleiten dieses Thema grundsätzlich positiv“, sagt Dezernentin Sabine Lauxen. Schon jetzt gelte vor fast jeder Oberhausener Schule Tempo 30. Dies könne etwa auf Altenheime ausgeweitet werden, so dies sinnvoll sei.

Außerhalb von Wohngebieten, in denen meist Tempo 30 gilt, hat die Stadt Oberhausen nach eigener Auskunft zwei Möglichkeiten, auf Straßen streckenweise das Tempo zu beschränken. Bei Kitas und Schulen können die Verkehrsexperten Sicherheitsbedenken anmelden. Kinder und Jugendliche sollen wohlbehalten zu den Einrichtungen kommen, Autofahrer haben deshalb abzubremsen. An viel befahrenen Straßen kann der Krach schneller Autos zur Einführung eines Tempo-30-Bereichs führen. Der Lärm muss aber bestimmte Mindestgrenzen am Tag und in der Nacht überschreiten.

Für Dieter Elsenrath-Junghans von der Verkehrswacht geht Tempo 30 gerade vor Schulen oder Kindertagesstätten nicht weit genug: „Es gibt Bereiche, da sollten Autofahrer sogar langsamer fahren“, meint der seit Jahren ehrenamtlich engagierte Fachmann. Nahe Schulen und Kitas plädiert er dafür, Schrittgeschwindigkeit vorzugeben, um Kinder besser vor Unfällen zu schützen.

Aus Sicht der Polizei macht Tempo 30 in schützenswerten Bereichen wie Wegen zu Kita oder Altenheimen Sinn. „Tempo 30 verringert nicht nur die Gefahr eines Unfalls“, erläutert Polizeisprecher Tom Litges. „Sollte es zu einem Zusammenstoß kommen, dann sind die Verletzungen auch geringer.“

Kein Tempo 30 an Hauptstraßen

Elsenrath-Junghans warnt dennoch vor Übereifer. Nicht vor jedem Krankenhaus mache Tempo 30 aus seiner Sicht Sinn. „An der Mülheimer Straße mit ihren beiden Krankenhäusern wäre Tempo 30 sicherlich schwierig umzusetzen“, sagt der Verkehrsfachmann.

Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben sich als erste für eine Ausweitung von Tempo-30-Bereichen in Städten stark gemacht. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek unterstützt die Initiative. Ein weitergehender Vorstoß, auf besonders lauten Durchgangsstraßen Tempo 30 festzusetzen, wurde von Bayern abgelehnt.