Zum Schutz der Frauen

Die Bundesregierung will Prostituierte künftig besser schützen. So haben sich die Parteien 2014 auf entsprechende Eckpunkte eines Gesetzes geeinigt.

Danach müssten sich Prostituierte alle zwei Jahre persönlich bei einer Behörde dafür anmelden. Frauen unter 21 Jahren sogar jährlich. Sie sollen sich regelmäßig medizinisch beraten lassen. Die entsprechenden Nachweise über beides sollen die Bordellbetreiber vorhalten.

Damit würden Kon­trollen in Bordellen möglich. Besteht bei der Anmeldung der Verdacht, dass eine Zwangslage der Frau ausgenutzt wird, soll die Behörde einschreiten müssen.

Für Freier soll eine Kondompflicht eingeführt werden. Der Verstoß dagegen wäre eine Ordnungswidrigkeit.

Helga Tauch von Solwodi begrüßt diese Regelungen. „Damit werden die Frauen in der Durchsetzung ihrer Interessen gestärkt“, sagt sie.

Solwodi ist die Abkürzung für „Solidarity with Women in Distress“ (Solidarität mit Frauen in Not). Sie entstand vor 30 Jahren in Afrika. Gründerin war die Ordensschwester Lea Ackermann.

Sie begegnete damals Frauen und Mädchen in Kenia, die aus Armut ihre Körper verkauften. Seit 1987 ist Solwodi inzwischen auch in Deutschland tätig. Auch hier kümmert sich der Verein um Frauen, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution sind, die zwangsverheiratet werden sollen oder aus solchen Ehen geflüchtet sind. In Oberhausen nehmen die Mitarbeiter von Solwodi regelmäßig Kontakt zu den Frauen in der Flaßhofstraße auf.