Zukunft der kinderärztlichen Ambulanz in Oberhausen ungewiss

Die Zukunft der Ambulanz ist offen, kleine Patienten müssen außerhalb der normalen Sprechzeiten darum vielleicht künftig nach Duisburg.
Die Zukunft der Ambulanz ist offen, kleine Patienten müssen außerhalb der normalen Sprechzeiten darum vielleicht künftig nach Duisburg.
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Die Kassenärztliche Vereinigung ist bei der Reform der Notdienststandorte teilweise zurückgerudert. Eine Garantie für die Praxis im EKO gibt es nicht.

Oberhausen.. Die Ankündigung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), den ärztlichen Notdienst in der Region neu aufzustellen und dabei massiv einzudampfen, rief in Oberhausen lautstarke Proteste von Bürgern und Ärzten hervor. Während die Vereinigung inzwischen bei vielen Punkten der Reform zurückgerudert ist, ist die Zukunft der kinderärztlichen Notfallpraxis am Evangelischen Krankenhaus (EKO) noch unklar. „Über einzelne Standorte der Notdienstpraxen ist nach wie vor nicht entschieden“, heißt es dazu auf NRZ-Anfrage von der KVNO.

Im Februar hatte die Vereinigung beschlossen, die Hälfte der 84 Notdienststandorte in der Region zu schließen. Darüber hinaus sollten auch bei den Bereitschaftsdiensten in den Bereichen Hals-Nasen-Ohren- (HNO), Augen- und Kinderärzten einzelne Notpraxen aufgegeben werden – die kinderärztliche Notfallpraxis im EKO war dabei auf der Streichliste gelandet.

Mit krankem Kind nach Duisburg?

Dieses Szenario, das nur noch eine Praxis im Bereich Duisburg, Mülheim und Oberhausen vorsieht, ist noch nicht vom Tisch. „Diese Frage werden wir in Absprache mit unserer Kreisstelle vor Ort sowie dem kinderärztlichen Berufsverband im Laufe der nächsten Wochen erörtern“, erklärt die KVNO – eine Bestandsgarantie gibt es somit nicht. Eltern, die ihr krankes Kind außerhalb der normalen Sprechzeiten zum Arzt bringen möchten, müssen also weiterhin fürchten, künftig über die Stadtgrenze nach Duisburg fahren zu müssen.

Beim allgemeinen Notdienst hat sich die Vereinigung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten jedoch bewegt. So wurde der Vorstand der KVNO beauftragt, Gespräche mit der Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW) aufzunehmen, „um eine sinnvolle Kooperation zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern im Rahmen des allgemeinen Notdienstes zu ermöglichen“, wie Sprecher Christopher Schneider mitteilt.

Medizinisch notwendige Hausbesuche

Das neue Kooperationskonzept soll zunächst in einer Modellregion erprobt – wahrscheinlich Region Bonn/Rhein-Sieg – und anschließend sukzessive auf ganz Nordrhein ausgeweitet werden. „Wann und wie nach Ende der Modellphase die Umsetzung in den weiteren Regionen Nordrheins – und damit auch in Oberhausen – erfolgt, ist aktuell noch nicht absehbar.“

Absehbar ist dagegen eine Zusammenlegung der Fahrdienstbezirke Duisburg, Oberhausen und Wesel. In diesem Fahrdienstbezirk sollen dann im Schnitt acht Fahrzeuge – Fahrer plus Arzt – im Einsatz sein und medizinisch notwendige Hausbesuche erledigen.