„Zu viele Stadttöchter mit zu viel Macht“

Muss bei den Stadttöchtern, allen voran bei der OGM, aufgeräumt werden?
Auf jeden Fall, das fängt schon bei der Zahl der Stadttöchter an. Zu häufig wackelt auch der Schwanz mit dem Hund, da diktiert ja die OGM der Stadt, was gemacht werden soll. Zudem werden die Stadtgesellschaften falsch genutzt. Da wird massiv Geld an die OGM verschoben, damit die auf Immobilien-Shoppingtour gehen kann, obwohl das nicht ihre Aufgabe ist. Und am Ende zahlt man dann auch noch Ertragsteuern bei einer hundertprozentig kommunalen Tochter. Das ist doch unsinnig.


Muss der neue Chef der Stadtverwaltung auch im Rathaus selbst mit immerhin 2000 Bediensteten mit den eisernen Besen kehren?
Wir müssen den Personalabbau in der Kernverwaltung auf jeden Fall forcieren. Es wird fälschlicherweise immer behauptet, das ginge nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen. Doch das geht, wenn man die Fluktuation stärker ausnutzt. Am Ende des vergangenen Jahres hat Oberhausen stattdessen aber wieder einmal nicht weniger Personal beschäftigt, sondern mehr als im Jahr davor.


Das liegt doch an den neuen zusätzlichen Aufgaben des Bundes und des Landes für die Stadt, oder?
Ja, diese neuen Aufgaben gibt es, aber dann muss man sich den Herausforderungen auch stellen. Dabei darf man nicht für jede neue Aufgabe eine neue Stelle schaffen, wie etwa beim betrieblichen Eingliederungsmanagement. Da wurde im Rathaus einfach neu eingestellt, obwohl in der Personal- und Organisations-Abteilung des Rathauses immerhin 50 Leute arbeiten. Wir haben im Personalbereich unter dem Strich bisher keine Konsolidierung erlebt. Und es wurde nicht genug geschaut, wo Aufgaben weggefallen sind und wir weniger Personal benötigen.