Zeuge leistete erste Hilfe beim Opfer

Auf Verwunderung vor Gericht stießen auch Teile der Aussage des Mannes, der von seinem Auto aus den üblen Tritt beobachtet und anschließend beim Opfer erste Hilfe geleistet hatte. Der 43-jährige Duisburger hatte dem Bandido seine Kontaktdaten als Zeuge überlassen.

„Ich sollte alles erzählen“

„Ein paar Tage später hat mich jemand von der Presseabteilung der Bandidos angerufen“, sagte der Duisburger. Bandido-Pressesprecher Michael habe sich für die erste Hilfe bei seinem Kollegen bedanken wollen. „Ich sollte doch mal im Clubheim in Essen vorbeikommen.“ Zur Erklärung: Jörg. J. gehörte damals zum Chapter Essen.

Er sei dann auch dort hingefahren, sagte der Zeuge. „Ich sollte den Bandidos die ganze Geschichte noch einmal erzählen.“ Die Polizei wollten die Rocker nicht einschalten. „Sie wollten das unter sich klären“, sagte der 43-Jährige.

Das gab er dann einerseits als Grund dafür an, dass er sich selbst später doch bei der Polizei meldete. Als Berufskraftfahrer habe er so einen Vorfall nicht ungeahndet wissen wollen. Andererseits hatte der Zeuge aber auch erklärt, einen Anruf von einer Dame vom Polizeipräsidium Essen erhalten zu haben, mit der Bitte, sich bei der Polizei in Oberhausen zu melden. Da bei der Polizei in Oberhausen nichts von einem Anruf der Essener Kollegen bekannt war, wird jetzt nachgeforscht, ob es einen solchen Anruf gegeben hat.

Jörg J. wohnt in der Nähe

Und wie klein die Welt doch ist: Jörg J. wohnt auch noch in der Nähe des Zeugen. Der wiederum kennt das Opfer auch, aber nur vom Sehen, wie der 43-jährige Busfahrer sagte.