Zeit-Sprung

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urück in das beginnende 20. Jahrhundert, genauer gesagt ins Jahr 1909, springen wir heute mit dieser Ansicht des Altmarkts in Alt-Oberhausen – abgestempelt wurde die Postkarte am 18. September 1910. Damals wie heute markiert die Siegessäule den zentralen Punkt des Platzes, der 1859 vom Landwirt Wilhelm Stöckmann an die damalige Gemeinde Styrum geschenkt wurde. Die Säule, eine kleine Schwester der bekannten Siegessäule in Berlin, entstand aufgrund einer privaten Initiative. Eingeweiht am 2. September 1876 sollte sie an die sogenannten Einigungskriege von 1864 (gegen Dänemark), 1866 (gegen Österreich) und 1870/71 (gegen Frankreich) erinnern.

Die markante Herz-Jesu-Kirche ist auf der Postkarte noch nicht zu sehen, die Grundsteinlegung für das Gotteshaus erfolgte am 29. Oktober 1909. Zu erkennen ist jedoch in Sichtlinie hinter der Siegessäule die Kirchturmspitze des Vorgängerbaus der Herz-Jesu-Notkirche. Ursprung dieses Kirchengebäudes war ein Saal verbunden mit Wirtschaftsgebäuden – diese wurden zur Kirche umgebaut, da durch den Zustrom an Einwanderern auch die Zahl der Gläubigen in die Höhe schnellte.

Auch heute noch findet auf dem Altmarkt von Montag bis Samstag täglich ein Wochenmarkt statt – dies war eine Bedingung von Landwirt Stöckmann, als er das Gelände an die Gemeinde Styrum schenkte. Noch bevor Oberhausen gegründet war, sorgte Stöckmann so dafür, dass sich der Platz zum Handelsmittelpunkt des neuen Gemeinwesens entwickelte. Spätere Versuche der Verwaltung, den Mittelpunkt zu verlagern, misslangen – Obst, Gemüse, Wurst und Käse werden auch heute noch auf dem Altmarkt verkauft. Foto: Ute Gabriel