Zahlen sind ein scharfes Schwert

Für jede Schulgemeinde ist es eine Katastrophe, wenn gerade ihre Schule geschlossen werden soll. Zahlen, so plausibel sie auch im Sinne von Gesetzen und Verordnungen die Unumgänglichkeit der Schließung zu belegen scheinen, sind da kein Trost. Im Falle der St.-Martin-Schule fehlen rein statistisch neun Kinder für einen Fortbestand. Schon einmal, 2011, stand die Schule auf der Kippe. Damals stellte der stadtbekannte Pädagoge Pater Sloot, nachdem das Aus vom Tisch war, erleichtert fest: „Die Schule liegt uns sehr am Herzen.“ Sie sei für den Erhalt eines katholischen Milieus in Alt-Oberhausen sehr wichtig. Nicht nur das, die St.-Martin-Schule liegt mitten in einem schwierigen Sozialraum mit hoher Arbeitslosigkeit und einer sehr heterogenen Bevölkerungsstruktur. Kinder unterschiedlichster Herkunft werden in der Bekenntnisgrundschule unterrichtet. Es stellt sich die Frage, ob eine solche Schülerschaft mit ihren ganz besonderen Problemen nicht besser weiter in einer kleinen, wohnortnahen Einheit aufgehoben ist. Das würde bedeuten, dass mehr Lehrer ins System kommen. Eine utopische Forderung, oder?