Zahl der Pflegebedürftigen in Oberhausen steigt

Immer mehr Oberhausener sind pflegebedürftig.
Immer mehr Oberhausener sind pflegebedürftig.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Knapp 8000 Oberhausener erhielten 2013 Leistungen aus der Pflegeversicherung. 15,73 Millionen Euro zahlte die Stadt an Unterstützungsleistungen.

Oberhausen.. Immer mehr Oberhausener sind im Alter auf Pflege angewiesen: Wie das statistische Landesamt (it.nrw) mitteilt, bezogen im Jahr 2013 insgesamt 7797 Bürger Leistungen aus der Pflegeversicherung. Das waren zwei Prozent mehr als noch 2011. Im Vergleich zum Landesschnitt fällt die Steigerung jedoch noch relativ gering aus – in ganz NRW stieg die Zahl der Leistungsempfänger um 6,1 Prozent. „Wir werden in den kommenden Jahren weiter steigende Zahlen sehen“, erklärt Jürgen Jäschke, Leiter des Fachbereichs „Ältere Menschen, Pflegebedürftige und behinderte Menschen“ bei der Stadt. „Diese Entwicklung wird sich fortsetzen.“

Nach den Angaben der Landesstatistiker sind von den knapp 8000 Oberhausenern, die Geld von der Pflegeversicherung erhalten, etwa 4800 in die Pflegestufe I eingruppiert. Diese Menschen können zwar alltägliche Angelegenheiten noch alleine erledigen, benötigen aber mindestens einmal am Tag Hilfe. Bei der höchsten Pflegestufe III, in welche 761 Oberhausener im Dezember 2013 eingruppiert waren, ist dagegen eine Pflege rund um die Uhr nötig.

Nicht bei jedem reicht das Geld

Bei etwa 400 Oberhausenern, die zu Hause ambulant gepflegt werden, und noch einmal etwa 1300 Pflegebedürftigen, die stationär in einer Einrichtung untergebracht sind, reichen die finanziellen Mittel jedoch nicht aus, um ihre Pflegekosten zu begleichen – trotz der Zahlungen aus der Pflegeversicherung. „Die Stadt hat im Jahr 2013 darum insgesamt 15,73 Millionen Euro ausgezahlt, um diesen Menschen unter die Arme zu greifen“, so Jäschke. 7,74 Millionen Euro entfallen auf das Pflegegeld, 7,99 Millionen auf das Pflegewohngeld, welches als Aufwendungszuschuss die Investitionskosten stationärer Dauerpflegeeinrichtungen decken soll. „In Zukunft wird dieser Betrag weiter steigen“, berichtet der Fachbereichsleiter.

Doch nicht nur die steigende Anzahl der Pflegebedürftigen müssen die entsprechenden Einrichtungen bewältigen, auch organisatorische und bauliche Änderungen stehen bevor. So sehen Vorgaben des Wohn- und Teilhabegesetzes (WTG) vor, dass bis zum 31. Juli 2018 der Anteil von Einzelzimmern in Altenheimen mindestens 80 Prozent beträgt. „Das ist nicht vom Himmel gefallen, die Entscheidung dafür hat der Gesetzgeber bereits 2003 getroffen“, führt Jäschke weiter aus. „In Oberhausen haben sich die Einrichtungen aber darauf eingestellt.“ Das hiesige DRK plant etwa den Neubau von zwei Einrichtungen (wir berichteten). „Nicht überall haben die Betreiber von Alteneinrichtungen reagiert“, so Jäschke, der die Vorgaben des WTG positiv sieht. „Es ist der Wunsch vieler Menschen, in einem Einzelzimmer gepflegt zu werden.“