Wunden lecken nach verlorener Ausschreibung

Das Oberhausener DRK führt keine Krankentransporte mehr durch.
Das Oberhausener DRK führt keine Krankentransporte mehr durch.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Verlust der Krankentransportfahrten ist für das Deutsche Rote Kreuz schmerzhaft gewesen. Man will jedoch verlässlicher Partner der Stadt bleiben.

Oberhausen.. Johann Härtling, der Geschäftsführer des hiesigen Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), und sein Verwaltungsleiter Achim Budnick können auf ereignisreiche Wochen und Monate zurückblicken: Nicht nur sind die beiden Männer mit den Planungen im Bereich der Seniorenheime beschäftigt, mit dem Wegfall der Krankentransportfahrten ist dem DRK zudem eine wichtige Geschäftssäule weggefallen. „Dass wir die Ausschreibung verloren haben, ist sehr unglücklich“, so Härtling. Die Stadt hatte zum 1. Januar 2015 die Krankentransportfahrten in Oberhausen neu ausgeschrieben, das Angebot des DRK wurde dabei jedoch nicht berücksichtigt.

Von einigen Mitarbeitern getrennt

Dies führte nun dazu, dass sich der Kreisverband von einigen Mitarbeitern trennen musste. „Wir haben versucht, alles einvernehmlich aufzulösen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Perspektive zu geben“, erzählt Budnick. Das sei auch in fast allen Fällen gelungen. „Wir haben intern durch Umstrukturierungen vieles erreichen können. Ein Mitarbeiter befindet sich nun in der Überlegungsphase.“ Einige Mini-Jobber, die als Fahrer im Einsatz waren, haben sich bereits umorientiert. „Momentan haben wir auch sieben junge Menschen bei uns, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren“, ergänzt Härtling. „In Zukunft werden wir durch den Wegfall der Krankentransportfahrten weniger FSJ-Plätze anbieten, da es nun etwa für angehende Medizin-Studenten weniger attraktiv ist, zu uns zu kommen.“

Verlässlicher Partner der Stadt

Fernab dieser Baustelle sieht sich das DRK in Oberhausen aber gut aufgestellt. „Wir haben in den vergangenen drei Jahren durch interne Schritte im Bereich Finanzen und Organisation an Stabilität dazugewonnen“, glaubt Geschäftsführer Härtling. Die Zeiten, in denen das hiesige DRK eher durch Negativ-Schlagzeilen auf sich aufmerksam machte, seien vorbei. „Durch eine Satzungsänderung, durch die der ehrenamtliche Vorstand um hauptamtliche Mitglieder ergänzt wurde, haben wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht.“

Obwohl das DRK die Ausschreibung der Stadt verloren hat, will man dennoch ein verlässlicher Partner bleiben. „Wir stehen etwa bereit, eine Turnhalle für die Unterbringung von Flüchtlingen herzurichten.“