„Wo Lärm ist, muss Lärmschutz her“

Am Verschiebebahnhof Osterfeld.        Foto: Gerd Wallhorn
Am Verschiebebahnhof Osterfeld. Foto: Gerd Wallhorn
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Oberhausen.. Ob für die Güterzuglinie namens Betuwe zwischen Emmerich und Oberhausen ein drittes Gleis gebaut wird (wie seit Jahrzehnten vorgesehen) oder nicht (wie neuerdings wieder in der Debatte), ist dem CDU-Kreisvorsitzenden Wilhelm Hausmann „egal“.

Der planungspolitische Sprecher seiner Ratsfraktion ist Anlieger der vielbefahrenen Ost-West-Güterzugverbindung und fordert: „Wo Lärm ist, muss Lärmschutz her.“

Hört sich wie „Basta!“ an und würde den in Oberhausen rund 40 000 Betroffenen – allein von Betuwe (zur Betuwe-Spezialseite) – sicherlich genügen, aber so einfach machen Bahn und Politik sich das nicht. Vor allem die Verknüpfung von drittem Gleis und Lärmschutz sorgt für immer neue Verzögerungen und Verwirrungen, denn dieses Junktim kostet mindestens 370 Millionen Euro. So hoch sind die für „Schallschutz im Oberbau“ veranschlagten Kosten des 1,34 Milliarden Euro schweren Projekts.

Von dem sich das Bundesverkehrsministerium nicht verabschiedet habe, wie die CDU-Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött und Sabine Weiß jetzt in einem gemeinsamen Schreiben unter der schönen Überschrift „Das dritte Gleis wird kommen“ behaupten. Darin führen sie aus, dass das relevante Nutzen-Kosten-Verhältnis nach wie vor größer als „1“ sei (1,2) und damit „die Planungen wie gehabt weitergeführt werden“.

„Empfindlich gestört“

An der von Michael Groschek MdB (SPD) angeregten „Betuwe-AG“ haben sie wohl kein Interesse, sehen sie doch „das bisherige gemeinsame Vorgehen der Politik, der Kommunen und der Bürgerinitiativen durch nicht belegbare Angriffe seitens einiger politischer Vertreter empfindlich gestört“. Dazu werden sie auch NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger („Die Chancen zur Umsetzung gehen gegen Null“) oder die Gewerkschaften Transnet und GDBA zu den Schienenplänen („Das ist ein Dokument der Mutlosigkeit“) zählen.

Grünen-Sprecher Volker Wilke, der auch Vorsitzender des Planungsausschusses ist, sieht die Wirtschaftlichkeit der Betuwe-Linie bewusst „heruntergerechnet“ und bringt das in Verbindung mit der Finanzlage rund um das umstrittene Projekt Stuttgart 21. Gemeinsam mit dem SPD-Vorsitzenden Wolfgang Große Brömer hat Wilke gestern beantragt, den Punkt „Aktuelle Entwicklung Betuwe-Linie“ auf die Tagesordnung der Ratssitzung am Montag, 15. November, zu setzen.