Wirtschaftsförderung muss neu aufgestellt werden

Bei Bilfinger müssen hunderte von Mitarbeitern in Oberhausen um ihre Zukunft fürchten. Bei Lenord + Bauer blickt die Geschäftsführung optimistisch in die Zukunft. Bei Thyssen-Krupp plant man eine Millionen-Investition am Waldteich – die Wirtschaft machte in dieser Woche reichlich von sich reden. Leider nicht nur mit positiven Nachrichten. Die bräuchte es aber dringend, um endlich mal von der hohen Arbeitslosenquote – fast zwölf Prozent – herunter zu kommen. Jobs fallen jedoch nicht vom Himmel, dazu braucht es Unternehmen. Im besten Fall Unternehmer-Persönlichkeiten, die sich um die Geschicke ihrer Firma und ihrer Mitarbeiter kümmern, die mit ihrer Stadt verbunden sind, die auch ein Interesse und Engagement jenseits ihrer Unternehmensbilanz zeigen.

Die gibt es. Und man muss sie pflegen. Mit ihnen muss Kontakt gehalten werden, ihre Bedürfnisse und Absichten müssen frühzeitig erkennbar sein. Daher ist die geplante Neuaufstellung der Wirtschaftsförderung, in welche die wichtige Tourismusbranche mit eingebunden sein wird, ein guter Weg dorthin. Vielleicht gelingt es dann auch, auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände endlich mal zu Potte zu kommen. Dessen Lage ist verkehrsgünstig, die Fläche ist vorbereitet, doch der große Wurf ist nicht in Sicht. Oberbürgermeister Klaus Wehling hat Recht, dass der Verkauf an eine irische Firma ein schwerer Fehler war – und sich auf deren vollmundige Absichtserklärungen zu verlassen erst recht.

War die Politik zu blauäugig? Es ist müßig, jetzt im Nachhinein nach Schuldigen zu suchen. Der Blick muss sich nach vorne richten. Dies ist in dieser Woche geschehen: An 23 Schulen sollen neue Stellen für Sozialarbeiter eingerichtet werden. Kinder und Jugendliche sind die Zukunft einer Stadt, für ihre Förderung und ihr Fortkommen muss alles getan werden. Dass es im Schulausschuss dazu einen einstimmigen Beschluss gab, ist ein gutes Zeichen.

Da nimmt man das Wahlkampfgetöse und die gegenseitigen Vorhalten ums Rotlichtviertel gelassen hin.