Wirtschaftsförderung aus einer Hand

Die Wirtschaftsförderung (WFO) und Tourismus & Marketing Oberhausen GmbH (TMO) sollen nach Vorstellung der SPD in einer neuen Gesellschaft verschmolzen werden. Grundlage dafür ist das Gutachten der Beratungsfirma Expert Consult. Die neue Gesellschaft soll dann WTO, Wirtschafts- und Tourismusförderung Oberhausen, heißen. Geschäftsführer wird der derzeitige Wirtschaftsförderer Frank Lichtenheld sein.

Strategische Neuausrichtung

Mit der Zusammenlegung der beiden Gesellschaften zu einer gemeinsamen ist nach Vorstellung der SPD auch eine neue strategische Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung inbegriffen. Sie soll sich verstärkt um Unternehmen kümmern und Netzwerke pflegen. Dazu gehört, dass die rund 200 wichtigsten Unternehmen für Oberhausen das ganze Jahr über kontinuierlich begleitet werden sollen. Und zwar aktiv, so dass die Wirtschaftsförderung auf die Unternehmen zugeht und nicht umgekehrt. 200 Unternehmen sei die Anzahl, die eine solch aufgestellte Wirtschaftsförderung pro Jahr schaffen könnte, meint SPD-OB-Kandidat Apostolos Tsalastras. Dabei habe man auch Erfahrungen anderer ähnlich wirkender Wirtschaftsförderungen zugrunde gelegt. Die Unternehmen würden unter anderem nach Umsatz- und Mitarbeiterzahlen ausgewählt.

Außerdem verspricht sich die SPD ein aktives Flächenmanagement. Denn die Schwierigkeit in Oberhausen bestehe darin, dass der Stadt nicht viele Flächen gehörten und sie daher nicht selbst vermarktet werden könnten. Durch die neue Strategie erhofft sich die SPD auch eine größere Chance, beim Flächenrecycling mitzureden, zum Beispiel wenn ein Unternehmen seinen Betrieb an einem Standort aufgibt und sich um eine Nachfolgenutzung bemühen muss.

Frank Lichtenheld, derzeitiger Geschäftsführer der Oberhausener Wirtschaftsförderung, soll nach SPD-Vorstellung auch der Geschäftsführer der neuen Gesellschaft WTO werden. Lichtenhelds Vertrag läuft zum Ende des Jahres aus, derzeit laufen die Vertragsverhandlungen. Werde man sich einig, könne er weiter machen, so Tsalastras. Lichtenheld genieße eine große Anerkennung in der Wirtschaft, fügt er hinzu. Durch die Zusammenlegung von WFO und TMO würde es einen Geschäftsführer weniger geben, allerdings brauche es unter dem Geschäftsführer noch einen Experten für Tourismus und Marketing. Der soll sich neben Tourismus und Marketing auch um die Themenbereiche Veranstaltungen und Einkaufserlebnis kümmern. Dabei, erläutert Tsalastras, soll sich der Fachmann um die gesamte Wertschöpfungskette kümmern. Das Gutachten der Unternehmensberatung habe in Oberhausen viele Firmen ausfindig gemacht, die stärker integriert werden können, zum Beispiel Dienstleister wie Reiseangebote, Internetexperten oder Veranstaltungsagenturen. Sie sollen stärker eingebunden werden, ähnlich wie es bislang bei den Gastronomen passiere, zum Beispiel bei Veranstaltungen oder Marketingprozessen.

Eine weitere Aufgabe der neuen WTO soll sein, gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut Umsicht neue Produkte zu entwickeln und dabei mit Unternehmen in Kontakt kooperieren, die in die Richtung einer sogenannten „Smart City“ gehen. Hinter dem Begriff verbirgt sich die Absicht, Städte in vielen Bereichen, wie Bildung, Verkehr oder Umwelt, technologisch fortschrittlicher zu gestalten.

Das Gutachten der Unternehmensberatung soll in Kurzfassung demnächst als Ratsvorlage vorliegen und an die Aufsichtsräte verschickt werden.