Wir sind mehr wert
20.01.2009 | 17:24 Uhr 2009-01-20T17:24:00+0100Verdi-Kampagne der Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr fortgesetzt. Busfahrer informieren Fahrgäste und Politiker.
„Wir sind mehr wert”, die landesweite Verdi-Kampagne der Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr ging gestern in die zweite Runde. „Anlass ist die sich seit Jahren verschlechternde Arbeitssituation der Beschäftigten in den kommunalen Nahverkehrsunternehmen”, so Christine Behle, Leiterin des Verdi-Fachbereichs Verkehr. Klamme öffentliche Haushalte sowie zunehmender Wettbewerb auf europäischer Ebene sorgten dafür, dass der Druck auf das Fahrdienstpersonal steige. Fahrer seien von den Einsparungen am härtesten betroffen. Aktuell gebe es erneut die Forderung der Arbeitgeber, das Fahrereinkommen abzusenken und zu begrenzen.
Auch die rund 300 Fahrer der Stoag beteiligen sich an der Aktion, in der es darum geht, Fahrgäste und Politiker über die Lage der Busfahrer zu informieren. „Wir möchten unser Image aufbessern”, sagt Thorsten Kamps, Busfahrer und Sprecher der Vertrauensleute. „Es handelt sich um eine Aufwertungskampagne der Kollegen im öffentlichen Dienst.” Während man den Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs Flyer aushändigte, und mit ihnen ins Gespräch kam, wurden Politiker angeschrieben, „damit wir ihre Unterstützung bekommen”, so Thorsten Kamps. „Erhalt und Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in kommunaler Hand, gesunde Arbeitsbedingungen im Fahrdienst und guter Lohn für gute Arbeit”, nennt er die drei wesentlichen Forderungen.
Busfahrer ist wahrlich kein einseitiger und schon gar kein leichter Job. Kamps: „Wir müssen nicht nur gut und sicher fahren. Wir arbeiten rund um die Uhr, fahren auch bei Sturm, sind Ansprechpartner in der Not, Kummerkasten, Navigationssystem, Erzieher, Streitschlichter. . .” Von „überlangen Arbeitszeiten und vermehrten Übergriffen durch Fahrgäste” spricht die Landesbezirks-Fachbereichsleiterin. „Mit unserer Kampagne wollen wir die verantwortungsvolle Tätigkeit unserer Fahrerinnen und Fahrer in den Mittelpunkt stellen.”
Kamps spricht ein weiteres Problem an: „Der Altersdurchschnitt der Kollegen steigt, weil Neueinstellungen rar sind, und im Alter beginnen die Wehwehchen. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn die Arbeitsbedingungen darauf Rücksicht nähmen.”

13:21
Wir sind ...
... Verkehrsrowdys
... meist angetrunken
... unfreundlich
... unpünktlich, machen lange Pausen, fahren an Haltestellen vorbei
Das fehlt noch!