"Wir sind die Aufbruchstimmung"
12.08.2008 | 18:47 Uhr 2008-08-12T18:47:55+0200WAHLEN. CDU stellt Dirk Buttler offiziell als Kandidaten für den Oberbürgermeister vor. Sachthemen und Emotionen.
"Das ist der frische Wind", meinte Marie-Luise Dött, als eine Böe das weiße Zelt packte und fast wegzublasen schien. Die Bundestagsabgeordnete und ihre CDU-Kollegen hatten einen außergewöhnlichen Platz ausgesucht, um nach dem einstimmigen Votum des Kreisvorstandes jetzt auch offiziell Dirk Buttler zu ihrem Oberbürgermeister-Kandidaten für die Kommunalwahlen am 9. Juni 2009 vorzustellen.
"Die Polarität des Ortes hat uns gereizt", erklärte Partei-Chef Wilhelm Hausmann. Das Zelt mitten in einem Kreisverkehr zwischen Centro- und Stahlwerksgelände läge zwischen dem erfolgreichsten Projekt und dem größten Flop der vergangenen Jahre. Zudem sei der Kreisverkehr ein Symbol: "Oberhausen dreht sich im Kreis, Oberhausen kommt nicht voran, Oberhausen hat keine klare Zielrichtung." Hausmann: "Wir sind die Aufbruchstimmung. Wenn nicht wir, wer dann?"
Trotz guten Verwaltungspersonals will Buttler in der Stadt eine Reihe von Pleiten Pech und Pannen erkannt haben. Unter anderen benannte er das Legoland, das DFB-Museum, Tectum und den Target Dom. Auf dem Marina-Gelände sieht der Ordnungsdezernent keine qualitative Konzeption, sondern "Ansiedlungen auf Zuruf". Buttler mahnte eine bessere Orientierung in der Stadtentwicklungspolitk an und nannte Oberhausen eine Stadt ohne Ziel. Oberhausen brauche mehr generationsgerechte Entwicklung, mehr ökologische Orientierung und mehr wirtschaftliche Dynamik.
Offenbar aber setzt der 39-jährige Jurist auch auf Emotionen. "Wie können mehr", heißt der Wahlkampf-Slogan, der sich aus seinen Forderungen ableitet und mit dem die CDU in den nächsten zehn Monaten durch die Stadt ziehen will. Er werde Vereine und Verbände vor Ort besuchen und dabei Stecknadeln mit orangenen Köpfen verteilen, so Buttler: "Wir sprechen mit den Bürgern, werden Probleme anpieksen und Seifenblasen platzen lassen."
Auf "weit über 40 Prozent" bezeichnet Buttler das Wahlpotenzial seiner Partei. Auch bei den eigenen Chancen zeigt er sich optimistisch bis euphorisch: "Keine Angst, wir machen das."
Partei-Kollege Daniel Schranz stand verbal zur Seite. Der Fisch stinke immer vom Kopf, befand der Fraktions-Chef. Für Kritik sei der Oberbürgermeister die erste Adresse. Wie der Wahlkampf genau aussehen soll, wollte Schranz noch nicht im Detail erläutern. Er formulierte aber zumindest schon mal eine Idee, die für Aufregung sorgen könnte: "Wir überlegen, ob wir Wolfgang Clement einladen."KOMMENTAROberste Priorität habe die Schaffung von Arbeitsplätzen, erklärte gestern der neue Oberbürgermeister-Kandidat der CDU. Damit allein wird Dirk Buttler kaum die Wahl gewinnen. Schließlich behauptet der politische Gegner nichts anderes. Augenscheinlich aber setzt die größte Oppositionspartei in den kommenden zehn Monaten abseits ihrer Sachthemen vor allem auf Dynamik und eine neue Aufbruchstimmung, die sie vermitteln will. Nach 50 Jahren SPD-Herrschaft bietet sich diese Taktik an. "Wir stehen für frischen Wind", so lautet die Botschaft. "Rot dagegen bedeuetet Stillstand, Verkrustung und Klüngel."
Dirk Buttler ist in dieser Stadt verankert, er ist ehrgeizig, verkörpert Schwung und grenzenlosen Optimismus. Ob er dies auf die Bürger übertragen kann, ob er die Zuversicht vermittelt, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen, muss sich noch zeigen. Aus CDU-Sicht macht die Nominierung jedenfalls Sinn. (hf)

12:23
dcarleitermann, der Sinn Ihrere Aussage in Bezug auf den Wahlkampf zwischen OGM Und WBO erschließt sich mir trotzdem nicht, da es beide keine unabhängigen Gesellschaften sind, sondern in Teilen und somit auch unter der deren Einflußnahme, zur Stadt gehören.
12:23
Welche Gestaltungsmöglichkeiten haben den die Parteien in Oberhausen? Sie können nicht agieren sondern nur reagieren. Dafür entsteht ein Stellvertreterwettkampf. Wer baut in Oberhausen für die Stadt? Die OGM.Siehe hierzu Marina, Bäder u.s.w.! Da sind schon viele Entscheidungen der OGM an den Bürgern vorbeigelaufen. Bei der WBO? Der ungeliebte Sperrmüll. Verantwortlich hierfür die WBO. Die gelben Säcke! Verantwortlich die WBO. Da kann schon vorab gesehen werden welche Wahltaktik eingeschlagen wird. Oder sehe ich was verkehrt?
10:40
Frage: Was hat die WBO im Wahlkampf gegen die OGM zu tun?
Beides sind Tochtergesellschaften der Stadt Oberhausen.
Herr Buttler ist zur Zeit noch Rechtsdezernent bei der Stadt Oberhausen und vertritt die Stadt Oberhausen im Aufsichtsrat der WBO.
Der Wahlkampf geht nicht zwischen OGM und WBO sondern CDU vertreten durch Herrn Buttler als Oberbürgermeister Kandidat und SPD vertreten durch Herrn Wehling als OB Kandidat.
01:06
@dcarleitermann
Super!!! Voll getroffen! Aber der Norm-Bürger versteht das nicht. Schade!!!
00:03
Der Wahlkampf in Oberhausen ist nicht abhängig von der SPD oder CDU. Sondern von der OGM und WBO. Wer kann besser punkten. Die SPD geführte Geheimbude OGM oder die WBO mit der Offenlegung ihrer Geschäftspraktiken. Wer hat da wohl die schlechteren Karten. Natürlich die WBO. Die OGM kann doch hinter der dichtgeschlossenen Fraktion der SPD schalten und walten wie sie will. Den Bürgern gegenüber ist die OGM doch nicht rechenschaftspflichtig. Oder irre ich mich? Da wäre z.B. der Sperrmüll. Dieses Thema wird dem Herrn Butler noch richtig um die Ohren fliegen.