Wir reden zwar von Inklusion, schaffen aber keine Jobs

Florian kämpft für seine Zukunft. Als gesetzliche Betreuerin habe ich mit großem Interesse Ihren Artikel „Florian kämpft für seine Zukunft“ gelesen; es ist sehr erfreulich, dass Sie dieser Thematik so breiten Raum eingeräumt haben!

Der Zeitungsartikel spiegelt wider, wie Behinderte mit immenser familiärer Unterstützung trotz immer wieder kehrender schwerer Erkrankungen den Mut nicht verlieren, ein selbstständiges Leben zu führen. Dazu gehört natürlich auch eine Berufsausbildung mit anschließender Berufstätigkeit, die Florians Handicaps akzeptiert und ihn erfüllt.

Hier sehen wir das Manko in unserer Politik: Wir reden zwar von Inklusion, schicken dann die Menschen jedoch von Praktikum zu Praktikum (wie deprimierend für die Betroffenen), statt für sie einen Arbeitsplatz zu schaffen, der ihren Fähigkeiten entspricht.

Es ist natürlich einfacher, alle Menschen mit Beeinträchtigungen in die Behindertenwerkstätten zu leiten als eine individuelle Förderung zu forcieren, die zu einem Arbeitsplatz führt. Als Betreuerin werde ich dazu angehalten, den Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Hierzu benötige ich aber nicht nur leere Versprechungen seitens der Politik, sondern eine praktikable Umsetzung! Auch diesen Menschen steht es zu, dass sie wertgeschätzt werden.

Zu jeder Wertschätzung gehört ein von der Gesellschaft akzeptierter Beruf! Ich wünsche Florian für seine Zukunft einen Arbeitsplatz, der ihn erfüllt und der ihm ein selbstständig geführtes Leben ermöglicht!
Beate Janoschka