Willkommen in Utopia
20.10.2009 | 18:32 Uhr 2009-10-20T18:32:00+0200Jugendliche bauen ihr Oberhausen der Zukunft – und das erhält neben einem Planetarium auch ein neues Freibad.
Schluss mit dem Grau in Grau. Das Oberhausen der Zukunft ist kunterbunt. Es gibt jede Menge Parkanlagen mit fantasievollen Spielplätzen. Und natürlich ein Freibad – zentral gelegen und günstig, besonders für Familien. Das sind nur einige der Ideen, die rund 20 Jugendliche jetzt in einem Ferienworkshop zum Thema „Meine Stadt” entwickeln.
Die meisten Teilnehmer kommen von der Gesamtschule Alt-Oberhausen. Klar, dass sie auch an ihrer Schule jede Menge Handlungsbedarf sehen. „Da ist zwar schon einiges passiert”, meint Tara. Aber das reiche nicht. „Es ist alles so alt, die Toiletten-Räume müssten dringend neu gemacht werden”, sagt die 19-Jährige. Auch der Schulhof lasse zu wünschen übrig: „Wir haben zwar ein Beach-Volleyball-Feld, aber der Rest ist trist.” Mehr Farbe in die Schule, neue Möbel, ein Schulhof, auf dem man mal draußen essen könnte, das wäre schon was, meint Dilan (17).
Dann wenden sie sich wieder ihrer Arbeit zu. Sie bauen ein Modell. „Ein Planetarium für Oberhausen”, erklärt Jiyan (18). Das könnte direkt am Bahnhofsplatz stehen. „Zwei riesige Astronauten, um die sich Treppen winden, führen die Besucher nach oben”, schwärmen sie und bekleben für ihr Modell eifrig Luftballons mit Zeitungspapier.
Adrian (11) sitzt auf der Erde und bastelt an seinem Traum-Spielplatz. „Die Hüpfburg habe ich fast fertig”, erzählt der Schüler der Friedrich-Ebert-Realschule stolz. Die habe ein Dach, „damit man dort auch bei Regen spielen kann – außerdem könnten die Kinder die bei schönem Wetter als Terrasse nutzen”. Einen Wasserspielplatz will der Elfjährige noch integrieren und eine Seilbahnrutsche. „Die meisten Spielplätze in Oberhausen haben nur Geräte für die Kleinen, deshalb baue ich einen, der auch Größeren etwas zu bieten hat”, erklärt er. Dieser Platz könnte dann in einem neuen Park am Centro stehen oder im Ruhrpark.
Ümmü (18) und Elvan (17) designen gerade ein Gewand für den kleinen Videoroboter. Der soll als fahrbares Auge verkleidet durch die Modellstadt gesteuert werden. Was er mit seinem Kamera-Auge sieht, wird über einen Beamer auf eine Leinwand übertragen. So kann die Zukunftsstadt der Jugendlichen aus der Perspektive eines Fußgängers erkundet werden.
„In unserem Oberhausen der Zukunft gibt es ein großes Freibad”, sind sich Jenny (17), Sven (18) und Sabrina (17) einig. In den Ruhrpark wollen die Nachwuchsarchitekten ihr Modell setzen. „Dort soll ein Erlebnispark entstehen mit Spielplatz, Beach-Volleyball-Feld – und einem Zaun, damit die Wiese nicht zugemüllt wird”, sagt Sven. „Für zwei bis drei Euro könnte man den ganzen Tag rein”, ergänzt Jenny. Damit hätten die Oberhausener ein neues Freizeitangebot, „das gleichzeitig Arbeitsplätze schafft”.
„Meine Stadt” wird von der Künstlergruppe Cybercity Ruhr und dem Verein KIT (Kultur im Turm) geleitet und findet im Rahmen des Förderprogramms „Stärken vor Ort” statt. Die Jugendlichen treffen sich bis zum 23. Oktober täglich von 10 bis 14 Uhr in der 5. Etage des Bahnhofsturms. Geplant ist eine Fortsetzung nach den Ferien. Im Januar sollen die Modelle in einer Ausstellung präsentiert – und mit den Stadtplanern besprochen werden. Kontakt: 0175/1631875.

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