Das aktuelle Wetter Oberhausen 13°C
Serie Mittelstand

Wiemer und Schott liefert Hochglanz für Aldi und Apotheke

08.08.2012 | 15:05 Uhr
Wiemer und Schott liefert Hochglanz für Aldi und Apotheke
Die Firma Wiemer und Schott in Oberhausen fertigt Inneneinrichtungen an - zum Beispiel für Apotheken.

Oberhausen.  Wiemer und Schott liefert Inneneinrichtungen. Kunde war auch Karl Albrecht.

Diese Apotheke kann fast alles. Aber die Kunden werden hier niemals Kopfschmerztabletten oder Hustenbonbons kaufen können – allerdings gleich die ganze Einrichtung. Im Erdgeschoss an der Max-Eyth-Straße 8 stehen mehrere Theken nebeneinander.

Es ist trotz Original-Nachtglocke keine echte Apotheke, sondern die Ausstellung von Wiemer und Schott. Die Traditionsfirma zeigt, wie Innneneinrichtungen für Apotheken, Arztpraxen und Firmen in der Praxis aussehen können. Und sogar Privatleute lassen sich ihr Interieur manchmal auf Wunsch bei dem 33 Jahre alten Unternehmen anfertigen.

Ein Wohnzimmer für Karl Albrecht

Geschäftsührer Horst Frank erinnert sich wie er für Discounter-König Karl Albrecht (Aldi) das Wohnzimmer gestaltete. Viel verrät er nicht über den Kunden. Nur so viel: Protzig sei die Ware für den Milliardär nicht gewesen. „Das ist ein ganz bescheidener Mensch.“ Die Einrichtungen entstehen am Computer. Die Technik ist mittlerweile so gut, dass die Simulationen kaum noch von einem Foto zu unterscheiden sind.

Horst Frank zeigt die Animation für eine Arztpraxis, die Wiemer und Schott demnächst in Moskau ausstattet. Die russische Oberschicht soll dort bald hübsche Zähne bekommen. „Made in Germany ist ein positiver Makel“, sagt Frank. Die deutsche Qualität und Zuverlässigkeit werde international geschätzt.

35 Mitarbeiter

35 Mitarbeiter zeichnen, schleifen und überzeugen in den verschiedenen Abteilungen. Zum Unternehmen, das streng genommen aus zwei Firmen besteht, gehört die riesige Werkstatt. Dort entstehen aus einfachen Spanplatten hochwertige Ladenfronten. Da stehen hochwertige Furniere und eine Fräsmaschine, die auf Wunsch sogar eine Unterschrift im Holz verewigt. Vier Schreinermeister gehören zum Team – eine hohe Quote.

Zwei Unternehmensteile – ein Produkt

Wiemer und Schott wurde am 1. April 1979 gegründet. Das Unternehmen besteht seit dem 1. April 2005 aus zwei Firmen. Der neue Unternehmensteil Wiemer-Einrichtungen beschränkt sich auf den reinen Vertrieb, Transport und Montage der Theken und Einrichtungen für Apotheken, Arztpraxen, Firmen und Privatleute.

Die Kunden kommen aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Wiemer und Schott stellt auf Messen wie der Gesundheitsmesse Medica aus.

Stark wachsen wolle das Unternehmen nicht. „Wir suchen uns Kooperationspartner“, sagt Frank. Wenn es geht, sollen die Firmen aus Oberhausen kommen. „Wir machen das immer, wenn es sich irgendwie vertreten lässt.“ Schweigen zum Jahresumsatz:. „Wir sind ein gesundes Unternehmen.“

Hinter der Fassade steckt eine Menge Technik

Der Chef-Verkäufer im Unternehmen lernte sein Handwerk beim Kaufhauskonzern Horten. Erfahrung sammelte er in einem Bochumer Sanitätshaus. Partner Olaf Wiemer bringt Know-how als Schreiner und Innenarchitekt mit. Auch dessen Vater Karl-Heinz ist Schreiner. Horst Frank ist jetzt 63. Bis 70 würde er gerne weitermachen. „Wenn Gott es zulässt.“

Für das maßgeschneiderte Mobiliar in einer Arztpraxis werden schnell einige zehntausend Euro fällig. Hinter der Fassade steckt oft jede Menge Technik, die noch extra kostet. Kaum eine Apotheke, in der noch ein Mensch in die Schublade greift. Roboterarme angeln die Medikamente aus dem Lagerregal und legen es ins Ausgabefach im Verkaufsraum. „Auch Licht ist ein wesentliches Element“, sagt Frank.

Viele Reisen um die Welt

Funktioniert alles reibungslos, dauert es vom ersten Besuch im Laden bis zur fertigen Einrichtung gerade einmal sechs bis zehn Wochen. „Wenn der Kunde entscheidungsfreudig ist.“ Frank, der Verkaufmensch, ist stolz auf einen neuen Vertrag mit den Helioskliniken. Er reist viel um die Welt.

Früher war er mal im Auftrag eines Stahlkonzerns in Nigeria, blickte in den Lauf eines Maschinengewehrs. „Da ist ein Menschenleben nichts wert.“ Dann doch lieber Zahnarztpraxen.

Arne Poll



Kommentare
Aus dem Ressort
Laura aus Oberhausen tritt bei RTL-Show „Rising Star“ an
Castingshow
Laura Albert aus Oberhausen ist ab September in den Liveshows der Castingshow „Rising Star“ bei RTL zu sehen. Seit sechs Jahren möchte sie auf die TV-Bühne - doch ihre Eltern bestanden zunächst aufs Abitur machen. Dafür ist die heute 20-Jährige im Nachhinein sogar dankbar.
Wohnungen in Oberhausen sollen sicherer werden
Einbrüche
Einbrecher steigen häufiger in Mehrfamilienhäuser ein als in Reihen- oder Einfamilienhäuser. Um den Tätern das Eindringen in die Wohnungen ihrer Mieter künftig zu erschweren, haben die Arbeitsgemeinschaft Oberhausener Wohnungsgenossenschaften und die Polizei eine Vereinbarung geschlossen.
Massiver Einbruch beim Wohnungsbau in Oberhausen
Stadtentwicklung
2012 lag Oberhausen bei der sogenannten Wohnungsbauquote noch im guten Mittelfeld. Ein Jahr später rutschte die Stadt jedoch massiv ab. Somit ist Oberhausen nun Schlusslicht beim Wohnungsbau. Und die Stadtverwaltung sucht bereits nach Antworten.
Oberhausener ärgern sich über teurere Medikamente
Arzneimittelzuzahlung
Wegen ihres zu hohen Blutdrucks nimmt die Sterkraderin seit Jahren das gleiche Medikament. 10 Euro zahlte sie in der Apotheke immer dazu. Doch jetzt fiel sie aus allen Wolken, denn die Zuzahlung lag diesmal bei schlappen 63,45 Euro.
Wird die Bücherbox in Oberhausen ausgeräubert?
Kultur
Tütenweise Bücher würden aus dem Schrank, den die Mercator-Stiftung am Theater Oberhausen aufgestellt hat, weggeschleppt, heißt es auf der Internetplattform Facebook. Viele Bürger haben ihre Hilfe zugesagt und wollen nun spenden
Fotos und Videos
Unentschieden im Derby
Bildgalerie
Lokalderby
Das Sea Life wird zehn Jahre alt
Bildgalerie
Jubiläum
Schiffsmodellbau
Bildgalerie
Deutsche Meisterschaft
Weitins Classic
Bildgalerie
Oldtimer