Wie Leser aus Oberhausen das Osterfest feiern

Eier in allen Farben gehören zu den Traditionen des Osterfestes – auch bei den meisten WAZ-Leserbeiräten.
Eier in allen Farben gehören zu den Traditionen des Osterfestes – auch bei den meisten WAZ-Leserbeiräten.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Leserbeiräte aus Oberhausen erzählen, was ihnen das höchste christliche Fest bedeutet. Gemeinsames Treffen mit Freunden und der Familie gibt Kraft fürs ganze Jahr.

Oberhausen.. Wie verbringen Oberhausener heutzutage Ostern? Welche Bedeutung hat für sie dieses christliche Fest? Wir haben beispielhaft unsere Leserbeiräte gefragt, was sie sich für Ostern vorgenommen haben. Hier ihre Antworten:

Andrea Janiak: Samstags am Meer

„In den 40 Tagen bis Ostern haben wir uns bewusst Zeit genommen, achtsamer zu sein: weniger fernsehen, miteinander spielen, gemeinsam kochen und backen.

Seit meinen Jugendtagen bei den Pfadfinderinnen backe ich zu Ostern ein Zitronen-Osterlamm. Damals haben wir an Gründonnerstag unzählige Lämmer gebacken, um sie am Ostersonntag vor der Herz-Jesu-Kirche für einen gemeinnützigen Zweck zu verkaufen. In vielen Lämmern steckten unter der dicken Zuckerglasur Zahnstocher, weil uns beim Backen ständig die Köpfe der Lämmer abbrachen.

Mit meinem Mann und unseren Kindern fahren wir Ostern oft zum Meer. Dort stehen wir dann am Ostersamstag mit vielen großen und kleinen Menschen an einem vier Meter hohen Osterfeuer. Auch am Meer abseits von Kirchenmauern spürt man eine tiefe Verbundenheit, die Menschen suchen die Nähe zueinander, die Wärme des Feuers lässt uns alle noch mehr zusammenrücken. Dieses gemeinsame Erleben spendet Trost und Freude, ich kann Kraft schöpfen für den Alltag.“

Diana Lettau: Ostereiersuche auch als Erwachsene

„Wie fast jedes Jahr treffen wir Ostern meine Eltern. Unser Sohn hat meistens an einem der Feiertage Geburtstag, so dass wir diesen im kleinen Kreis am Freitag feiern.

Da wir uns vorgenommen haben, in der Fastenzeit auf Süßigkeiten, Alkohol und Chips zu verzichten, freuen wir uns natürlich sehr, endlich mal wieder ein Glas Wein am Abend zu genießen oder auch endlich mal wieder zu naschen.

Meine Eltern bestehen immer noch darauf, dass wir am Ostersonntag durch den Garten gehen, um dort die ,Osternester’ zu suchen. Wir sind zwar nicht mehr im Kindesalter, aber trotzdem lieben wir die Tradition – vor allem bei Sonnenschein. Ansonsten genießen wir die freie Zeit, um endlich mal gemeinsam mit der Familie etwas zu unternehmen und uns ausgiebig zu unterhalten.“

Michael Schaffeld: Osterkerze hat Tradition

„In diesem Jahr habe ich nicht gefastet, in den letzten Jahren habe ich aber mehrfach gezielt auf etwas verzichtet. Karfreitag gibt es kein Fleisch und zum Mittagessen Fisch. Traditionell besuchen wir mit den Kindern die Osternachtmesse; Ostersonntag und Ostermontag stehen im Zeichen der Familienbesuche.

Zum Osterfrühstück gibt es ein gebackenes ,Lamm’ oder einen gebackenen ,Osterhasen’, natürlich dürfen gekochte Eier zum Frühstück nicht fehlen. Anschließend geht es bei entsprechendem Wetter mit den Kindern zum Ostereier-Suchen in den Garten. In der Familie meiner Frau hat zum Abendbrot ,Geselchtes’ mit Meerrettich und Reindling (Hefekuchen mit Zimt und Rosinen) Tradition.

Am Ostersonntagabend treffen wir uns bei Freunden auf deren Pferdekoppel zum Osterfeuer; jeder Gast bringt zum Büfett etwas mit und in rustikaler Runde stehen wir bei Bier und Grillwürstchen ums wärmende Osterfeuer. Für die Kleinen gibt es ein separates kleineres Feuer, über dem Stockbrot zubereitet wird. Dank großer Brennholzvorräte brennt das Osterfeuer bis spät in die Nacht.

Zur Vorbereitung auf Ostern gehört seit Jahren für uns die Gestaltung der Osterkerze für die Kirche: Mit einer befreundeten Familie suchen wir ein Motiv und an etlichen Abenden wird gezeichnet, mit Wachs modelliert und gemalt, bis aus dem Kerzenrohling ein Unikat wird. Die Kerze wird in der Osternachtmesse feierlich entzündet. Natürlich freue ich mich auf Ostern, das für uns Katholiken das höchste kirchliche Fest ist.“

Rita Angenendt: Feiern in der neuen Wohnung

„Was bedeutet Ostern für mich? Zuerst einmal bedeutet Ostern, dass dies der höchste Feiertag der Christen ist. Das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu waren für mich als Kind ein fester Glaube, wovon im Laufe des Lebens viel verloren gegangen ist. Trotzdem ist Ostern auch für mich ein Gedenken an christliche Werte.

Im Gegensatz zu Weihnachten (an diesen Festtagen möchte ich in jedem Fall bei meiner Familie sein) verreise ich Ostern gerne. Dieses Jahr aber bleibe ich in meiner schönen neuen Wohnung, treffe mich sicher mit meinen Kindern, meinen Freunden und Bekannten. Nur die Ostereier werde ich mir wohl selbst kaufen.“

Christel Dickhoff: Spinat am Gründonnerstag

„Ostern ist für mich das wichtigste Fest. Es ist zuallererst ein religiöses Fest, an dem Christen der Auferstehung Jesu gedenken. Es ist ein fröhliches Fest. Hier geht es um Erlösung und Befreiung, auch von unseren eigenen Zwängen – und um Frieden.

Kaum ein anderes Fest ist so voller Symbolik, und die Auferstehungsfeier in einer katholischen Kirche ist ein Erlebnis. Ostern fällt ja mit dem heidnischen Frühlingsfest zusammen. Da gibt es dann noch mehr Symbole, wie etwa der Osterhase und das Osterfeuer und natürlich die Eier. Das alles nennt man dann Tradition. Und das ist gut so. Viele Menschen brauchen diese Symbole, weil sie den Glauben begreifbarer machen.

Für mich ist auch schon der Gründonnerstag, an dem Jesus selbst das Abendmahl eingesetzt hat, ein wichtiges Datum. Wenn ich Lust habe, koche ich an diesem Tag Spinat mit Spiegeleiern, weil ich das gerne esse. Karfreitag bastel und male ich an meiner Osterdekoration. Ostern gibt es natürlich bunte Eier und auch einen selbstgebackenen Osterzopf und eine Ostertorte.“

Reinhard Ziemer: Ein Gedicht zum Osterfest

„Wir bleiben in diesem Jahr an Ostern auf unserer eigenen Scholle, genießen unseren Wintergarten und verbringen die Tage im Kreise unserer Lieben. Wie jedes Jahr gibt es bei uns leckere Soleier und Karfreitag Fisch.

Ein kleines Gedicht darf auch nicht fehlen, obschon die Kinder lange aus dem Alter heraus sind. Hier ein Beispiel:,Das kleine Häschen Löffelohr, schaut hinter einem Kohlblatt vor. Die Ohren wackeln, dass ihr’s wisst, weil es grade an einem Kohlblatt frisst. Und wenn wir still sind und nicht plappern, dann hören wir das Häschen knabbern. Doch biegen wir das Blatt beiseite, dann sucht das Häschen schnell das Weite’.“