Wie kam es zur Terror-Serie des NSU?

Es liest sich wie ein spannender Krimi, sagt Sophie Koch von der Oberhausener Gedenkhalle. In dem Buch geht es aber leider um die Realität: Die Journalisten Stefan Aust und Dirk Laabs haben in ihrem Werk „Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU“ die unfassbare Geschichte des rechten Terrors dokumentiert. Einer der Autoren, Dirk Laabs, wird am kommenden Mittwoch, 11. Februar, im Oberhausener Bert-Brecht-Haus aus dem Buch lesen.

Diese „unvorstellbaren Taten“ die der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) verübt hat, seien auch Oberhausen ganz nah, sagt Matthias Ruschke, Leiter des Fachbereichs politische Bildung bei der Volkshochschule. Köln ist nicht weit weg, die Attentate des NSU in der Domstadt im Jahr 2004 hätten den rechten Terror auch in NRW wieder aktuell gemacht.

Für die Lesung hat sich die Volkshochschule weitere Partner ins Boot geholt: VHS, Stadtbücherei und Gedenkhalle laden gemeinsam ein, auch der Oberhausener Integrationsrat unterstützt die Aktion.

Dessen Geschäftsführer, Ercan Telli, sieht sich in der moralischen Pflicht, sich an einer solchen Veranstaltung zu beteiligen. „Es ist unerträglich – für uns und die Opfer der Attentate –, dass wir keine Aufklärung haben“. Deshalb sei die Lesung so eine wichtige Aktion – auch für Oberhausen. Extremistische Anschläge, egal ob mit rechtsextremem oder islamistischem Hintergrund, seien Angriffe auf die Demokratie. „Dem müssen wir gemeinsam entgegenwirken“, sagt Telli. „Basis für Änderung ist aber die Aufklärung.“ Und dazu soll die Lesung einen Beitrag leisten.