Wenn der Schwindler dreimal klingelt
19.12.2009 | 06:00 Uhr 2009-12-19T06:00:00+0100WAZ-Leserin Johanne A. reagierte smart auf tückischen Telefonterror. Die Dreistigkeit der Anrufer erstaunte sogar die Verbraucherzentrale.
Das ist schon dreist, selbst für Telefonbetrüger: Dreimal hintereinander störte am Donnerstag ein windiger Anrufer bei Johanne A. und bedrohte die 64-Jährige –zur besten Krimizeit um 20.10 Uhr.
Ihr Ehemann habe drei Monate lang kostenlos an einem „Renn-Lotto” teilgenommen, behauptete die Stimme eines Mannes am Telefon, jetzt aber müsse dieser Gebühren zahlen. Man brauche die Bankleitzahl und Kontonummer. Nun ist die WAZ-Leserin nicht auf den Mund gefallen. Sie reagierte smart: Dass könne nicht sein, weil ihr Mann kein Lotto spiele. Dann beendete sie das Gespräch, ohne die geforderten Daten herauszugeben. Doch die „linke Lottofee” lies nicht locker und meldete sich ein zweites Mal. Dabei behauptete der Anrufer, das Gespräch aufgezeichnet zu haben. Johanne A. blieb souverän und bat darum, das Band zuzuschicken, um durch ihren Anwalt prüfen zu lassen, ob es sich um ihren Mann handle.
Dreiste Drohungen
Verbraucherzentrale hilft weiter.
Bei Abschlüssen am Telefon gilt: Der Vertrag muss schriftlich zugeschickt werden. „Dabei gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht”, so Wösthoff. Bei Telefonterror hilft die Verbraucherzentrale mit einem Leitfaden, „wenn die Adresse bekannt ist, mahnen wir die schwarzen Schafe auch ab.”
Daraufhin schlug die Stimme andere Töne an: Johanne A. solle sich nicht wundern, wenn ihr Konto bald leer geräumt würde. Und es könne auch sein, dass sie ihren Mann nicht mehr wiedersehen würde. „Zum Glück war der gerade zuhause”, sagt Frau A., „sonst hätte ich einen Schrecken bekommen.” Die 64-Jährige legte auf, nur um wieder angerufen zu werden. Die Stimme gab vor, als Rechtsanwalt im Namen der Lotto–Firma zu handeln. Zum Glück, stieß er bei ihr auf Granit, vergaß diesmal aber, seine Rufnummer zu unterdrücken, die sich Johanne A. notierte und der Polizei weitergab.
„Sowas Dreistes habe ich noch nicht gehört”, sagt Angelika Wösthoff, Leiterin der Verbraucherzentrale in Oberhausen. Trotz der Gesetzesverschärfung bei der Telefonwerbung, habe sich die Anzahl der unerlaubten Werbeanrufe weiter erhöht. „Ohne eine schriftliche Einwilligung, dürfen keine Firmen zuhause anrufen”, klärt die Leiterin auf, und auch die Unterdrückung der Rufnummer sei dabei verboten. Nur, ohne Telefonnummer, sind die Täter schlecht zu ermitteln. Der gesetzliche Schutz geht Wösthoff auch beim Geldverkehr nicht weit genug, denn nur mit Kontonummer und Bankleitzahl, können Betrüger bereits von fremden Konten abbuchen. „Man kann die Beträge zwar innerhalb von sechs Wochen zurückbuchen lassen”, so die Leiterin, besser wäre aber die schriftliche Erlaubnis des Inhabers bei einer Abbuchung.

12:05
Wenn alle durch diese ungebetenen Anrufe behelligten Leute so cool und Unnachgiebig reagieren würden wie Frau A., hätte diese dumme Masche bald ein Ende.
Nur solange sich der Telefonterror finanziell lohnt, weil zu viele Menschen immer noch darauf reinfallen und diesen zwielichtigen Gestalten ihr gutes Geld hinterherwerfen, werden wir alle mit diesem Ärgernis leben müssen.
Mein Appell: Einfach Auflegen. Wenns sein muß zehnmal hintereinander.
01:46
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
13:57
Ärgerlich das Ganze. Vor allem, wenn dann auch noch dummes Zeug als Hilfe vorgeschlagen wird. Summer oder Trillerpfeife können eine Körperverletzung herbeiführen. KEINESFALLS so etwas machen. Die Sechswochenfrist ist Quatsch. Jede unberechtigte Abbuchung kann ohne Frist wieder rückgängig gemacht werden !
Hilfe und Infos findet man bei www.computerbetrug.de
21:57
Am besten kleinen Piezo Summer - gibts im Elektronic Geschäft - mit Batterie an die Sprechmuschel halten , der sehr hohe Ton ist sehr unangenehm , denke der ruft kein 2 tes mal mehr an
18:06
Diese Anrufe bekommen wir seit Monaten.Das ist die Pest.Man wird sie nicht mehr los.