Wenn das Zuhause in Flammen aufgeht
25.05.2012 | 18:50 Uhr 2012-05-25T18:50:00+0200
Oberhausen. Gleich beide Löschzüge der Feuerwehr der Stadt rückten zu einem Wohnungsbrand aus. Einen Mann mussten die Feuerwehrleute mit der Drehleiter aus dem Dachgeschoss retten. Eine besondere Schwierigkeit: Im Haus befanden sich Schlangen.
Udo Wischniewski (51) will gerade duschen gehen, als er einen lauten Knall hört. „Viel lauter, als wenn nur ein Stuhl umfällt“, sagt der Oberhausener. Wischniewski läuft deshalb ins Treppenhaus, um nachzusehen, was passiert ist. Als ihm dort Rauch entgegenschlägt, wetzt er sofort durchs ganze Haus, um alle Mieter durch Sturmschellen zu warnen. Denn es ist klar, irgendwo im Haus brennt es.
Die Feuerwehr, bei der der Alarm „Wohnungsbrand“ um 9.42 Uhr eingeht, rückt gleich mit beiden Löschzügen aus Oberhausen und Sterkrade aus, „weil sich noch Menschen im Haus befinden sollen“, erklärt Einsatzleiter Matthias Bröring-Rotthues. Und tatsächlich, als die Feuerwehr an dem brennenden Haus an der Wunderstraße /Ecke Ulmenstraße eintrifft, steht dort ein Mann in einem Dachfenster zur Straße. Bröring-Rotthues: „Das Feuer hatte ihm den Fluchtweg abgeschnitten.“ Mit der Drehleiter bringen Feuerwehrleute den Mann in Sicherheit. Die übrigen acht Bewohner, fünf Erwachsene, drei Kinder, sind bereits selber aus dem Haus geflüchtet. Zwei werden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.
Schlangen erschweren die arbeit der Feuerwehr
Schon als die Feuerwehr mit den Löscharbeiten beginnt, im Einsatz sind 36 Kräfte, steht fest: Es gibt noch ein besonderes Problem. In drei der zehn Eigentumswohnungen im Gebäude leben in Terrarien Schlangen. Ob giftige Tiere darunter sind, ist zunächst nicht klar. Das Veterinäramt wird informiert.
Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig. „Das ist ein Altbau, die Dachbalken sind sehr verschachtelt“, sagt der Einsatzleiter der Feuerwehr. Die enorme Temperaturentwicklung erschwert die Brandbekämpfung zudem. Dennoch kann das Feuer durch massiven Löscheinsatz schnell unter Kontrolle gebracht, ein Übergreifen auf den gesamten Dachstuhl verhindert werden. So dringen rund zwei Stunden nach Beginn des Feuerwehr-Einsatzes nur noch vereinzelte Rauchschwaden aus dem Haus. Feuerwehrleute lösen Ziegel vom Dach, werfen sie auf den Gehweg. Dort bildet sich ein Teppich aus roten Tonscherben. Etwa 50 Quadratmeter Dachfläche müssen abgenommen werden, um kleinere Glutnester zu löschen. „Wir werden bestimmt noch Stunden brauchen, bis alles endgültig gelöscht ist. Danach werden wir eine Brandwache einrichten“, sagt der Einsatzleiter.
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Gott sei Dank, dass kein Mensch zu den Opfern des Hausbrandes zählt. Der materielle Schaden ist sicherlich auch sehr belastend, kann aber jedoch wieder ersetzt werden.
Ich möchte erneut den Feuerwehrmännern und -frauen meinen Respekt und Dank zollen, die täglich Ihr Leben für uns riskieren und Schlimmstes verhindern. Aus persönlichen Erfahrungen weiss ich wie sehr man sich über den Anblick freut, wenn es brenzlig wird.