Weniger Parkplätze, hohe Kosten für Anwohner in Sterkrade

Der Brüder-Grimm-Weg in Sterkrade soll im Zuge der Kanalsanierung umgebaut werden.
Der Brüder-Grimm-Weg in Sterkrade soll im Zuge der Kanalsanierung umgebaut werden.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bezirksvertretung Sterkrade in Oberhausen beschließt den Neubau des Brüder-Grimm-Weges. Anwohner ärgern sich über Renovierung ihrer Straße.

Oberhausen.. Der Brüder-Grimm-Weg in Sterkrade wird trotz vieler kritischer Stimmen der Nachbarn neu gebaut. Mit einer Enthaltung (Linke) und einer Gegenstimme (BOB) hat die Bezirksvertretung Sterkrade das Vorhaben beschlossen – sehr zum Unmut der Anwohner, die bei der Sitzung im Technischen Rathaus deutlich machten, wie unzufrieden sie mit der Planung sind. Sie ärgern sich darüber, dass sie die Kosten des Umbaus tragen sollen.

Schätzungsweise zehn bis elf Euro werden pro Quadratmeter fällig. Bei einer Grundstücksgröße von 600 Quadratmetern sind das immerhin bis zu 6600 Euro, die laut Stadt „frühestens in zwei oder drei Jahren“ fällig werden.

Grund für den Straßenumbau ist das marode Kanalsystem. „Eindeutig ein Bergbauschaden", sagte Anwohner Hartmut Kowsky-Kawelke bei der Sitzung der Bezirksvertretung. Doch an den Kosten für die Straße muss sich der Bergbau nicht beteiligen. Das bestätigte Oberhausens Umweltdezernentin Sabine Lauxen. Der Grund ist ein steuerrechtlicher: Die Straße ist im Haushalt der Stadt bereits abgeschrieben. Daher gibt es keine rechtliche Grundlage mehr, dass sich der Bergbau an den Kosten beteiligen muss. Der Kanal hingegen ist noch nicht abgeschrieben, hat also noch einen sogenannten Buchwert. Daher muss der Bergbau ein Drittel der Kosten für den Kanalbau übernehmen. „Das empfinden wir als sehr ungerecht“, sagt Anwohner Kowsky-Kawelke.

Keine Bürgersteige mehr

Die Anwohner ärgern sich aber auch darüber, wie der „neue“ Brüder-Grimm-Weg nach der Umbau aussehen wird. Bei der Planung ist nämlich aufgefallen, dass die Straße – so wie sie heute existiert – nicht den rechtlichen Anforderungen entspricht. Der Gehweg ist nicht breit genug, die Straße ist zum Parken eigentlich ebenfalls zu eng. Die Stadt habe es bislang lediglich geduldet, dass Autos halb auf der Straße und halb auf dem Gehweg parken, hatte Sabine Lauxen den Anwohnern bereits im Vorfeld erklärt. „Richtlinienkonform“ sei das aber nicht.

Beim Wiederaufbau der Straße muss sich die Stadt nun zwingengend an die gesetzlichen Richtlinien halten. Das heißt: Der Brüder-Grimm-Weg wird zu einer sogenannten Mischverkehrszone. Das heißt, Bürgersteige und Fahrbahn sind nicht mehr in der gewohnte Form voneinander getrennt. Die Fläche wird durchgepflastert. Parken dürfen die Anwohner dann nur noch auf den explizit ausgewiesenen Stellplätzen.

Die Entscheidung der Bezirksvertretung müssten die Anwohner nun erst einmal sacken lassen, sagte Hartmut Kowsky-Kawelke. Vor allem das Problem der Kosten nagt an ihnen. „Warum sollen wir denn für Bergschäden zahlen?“, fragt Kowsky-Kawelke. Er und seine Nachbarn wollen jetzt prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, gegen die Entscheidung vorzugehen.