Weniger Gemeindeglieder bedeuten weniger Pfarrer

Mehr als 100 Mitglieder und Freunde der Evangelischen Arbeitnehmer-Bewegung (EAB) trafen sich im Evangelischen Gemeindezentrum Holten zum Thema „Die Situation der Kirchengemeinden im Kirchenkreis Oberhausen“. Der Vorsitzende des Bezirksverbandes, Rainer Wekeck, begrüßte die Anwesenden und hielt eine theologische Einleitung.

Zu Beginn seines Vortrages schilderte Pfarrer Joachim Deterding, Superintendent des Kirchenkreises Oberhausen, die Entwicklung des Kirchenkreises. Dabei hob er besonders die Veränderung in den Mitgliederzahlen hervor. Waren es 1968 noch 128 000 evangelische Christen im Kirchenkreis, so sank die Zahl bis heute auf 56 000. Dieser Mitgliederschwund werde personelle Folgen haben. Es werde künftig weniger Pfarrer geben. Und: Die sinkenden Mitgliedszahlen führten zu sinkenden Kirchensteuer-Einnahmen und machten manche Gebäude überflüssig. Der Verkauf von Gebäuden, auch von Kirchen, fließe in die Überlegungen der Presbyterien ein. Von der Landeskirche würden Prozesse eingeleitet, um neue Strukturen in den Kirchenkreisen zu ermöglichen. Hierzu gehörten zum Beispiel die Verwaltungs-Struktur-Reform zur Sicherung der Arbeitsqualität.

Personell sagte der Superintendent voraus, dass in Zukunft weniger Pfarrer für die Verkündigung des Wortes Gottes und sonstige christliche Aufgaben (Flüchtlingsbetreuung, Krankenbesuche, Konfirmandenarbeit etc.) zur Verfügung stehen würden. Daher sei ein verstärkter Einsatz von Ehrenamtlichen unerlässlich.

Nach der Verabschiedung von Günter Johann, der 33 Jahre dem Bezirksverbandsrat angehörte, und Markus Gohres, der mehrere Jahre als stellvertretender Schriftführer tätig war, erfolgten die satzungsgemäßen Wahlen. Einstimmig wiedergewählt wurde Annette Kujath als stellvertretende Vorsitzende, Marlis Hörnschemeyer als stellvertretende Kassiererin und Freizeitreferentin. Einstimmig neugewählt wurde Werner Henke als zweiter Schriftführer.