Wehling wirbt zum neuen Jahr für Willkommenskultur in Oberhausen

Der 67-jährige Sozialdemokrat Klaus Wehling geht nach elf Jahren als Oberhausens Oberbürgermeister 2015 in Ruhestand.
Der 67-jährige Sozialdemokrat Klaus Wehling geht nach elf Jahren als Oberhausens Oberbürgermeister 2015 in Ruhestand.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Oberbürgermeister Klaus Wehling betont in seinem Grußwort zu Neujahr, welche Chance für die Stadt Oberhausen in der Zuwanderung liegt. Derzeit leben Menschen aus 130 Nationen hier.

Oberhausen.. Oberbürgermeister Klaus Wehling wirbt in seinem traditionellen Neujahrsgruß an alle Oberhausener Bürger um Verständnis für die Lage der Flüchtlinge aus Kriegsgebieten, die auch ins Ruhrgebiet kommen, um ihr Leben zu retten. Da der 67-jährige Sozialdemokrat nach elf Jahren als Oberbürgermeister im Oktober 2015 in Ruhestand geht, durchweht den letzten Neujahrsgruß seiner Amtszeit auch eine leicht wehmütige Stimmung.

„Wir leben seit fast 70 Jahren im Frieden. Aber auf der Welt gibt es schreckliche kriegerische Auseinandersetzungen. Eine menschenverachtende Folge ist, dass weltweit über 51 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Viele dieser Menschen, die nur ihr Leben gerettet haben, kommen nach Deutschland, kommen auch zu uns nach Oberhausen. Wir wollen und müssen die Menschen nicht nur unterbringen, ihnen Sicherheit in unserer Stadt geben, sondern uns auch um sie kümmern, ihnen das Gefühl geben, willkommen zu sein“, schreibt Wehling.

Eine neue Heimat finden

„Denjenigen, die bei uns bleiben, müssen wir neben Alltagshilfen Perspektiven bieten. Wir wollen ihr Hiersein als Chance begreifen! Deutschland ist nach den USA Einwanderungsland Nummer zwei. Das spiegelt sich auch bei uns in Oberhausen wider. Oberhausenerinnen und Oberhausener aus über 130 Nationen leben in unserer Stadt. Sie alle sind willkommen. Sie alle sollen sich bei uns wohlfühlen. Sie sollen bei uns eine neue Heimat finden. Das bedeutet für uns: guten Willen, Toleranz, Respekt, Rücksicht, Geduld und harte Arbeit.“

Im zweiten Teil ruft Wehling alle Bürger auf, sich möglichst zahlreich für unsere Demokratie zu engagieren – beim Ratsbürgerentscheid über die Straßenbahnlinie 105 am Sonntag, 8. März 2015 und bei der Wahl seines Nachfolgers: bei der Oberbürgermeister-Wahl am Sonntag, 13. September 2015.

Danach zieht Wehling eine kleine Bilanz seiner Arbeit. „Oberhausen hat sich, trotz der nach wie vor engen finanziellen Spielräume, weiter positiv entwickelt. Als Oberbürgermeister bin ich 2004 angetreten, um unser Oberhausen sozial und familienfreundlich weiter zu entwickeln. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag und liegt dabei auf der Bildung. Mit der Erarbeitung eines umfassenden Bildungsplans werden wir die zukünftige Schullandschaft strukturieren und damit Kindern und Eltern eine fundierte schulische Perspektive bieten. Die Handlungsfelder Inklusion, Integration, Gleichstellung von Mann und Frau, Leben im Alter, bürgerschaftliches Engagement sowie Kinder- und Familienfreundlichkeit werden auch 2015 und in den folgenden Jahren wichtige Themen für Politik und Stadtverwaltung bleiben.“