Wechsel in die Schule leicht gemacht

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nahm sich für ihren Besuch in der Kita Rechenacker und der Landwehrgrundschule viel Zeit, hier lässt sie sich gerade von Kita-Kindern ein Spiel erklären. Rechts im Bild der Oberhausener Kämmerer Apostolos Tsalastras
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nahm sich für ihren Besuch in der Kita Rechenacker und der Landwehrgrundschule viel Zeit, hier lässt sie sich gerade von Kita-Kindern ein Spiel erklären. Rechts im Bild der Oberhausener Kämmerer Apostolos Tsalastras
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Oberhausener Familienzentrum Rechenacker und die Landwehrgrundschule sind eng vernetzt.Intensive Förderung für Kita- und Schul-Kinder. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeigt sich beeindruckt.

Oberhausen.. Ein Tor verbindet das Familienzentrum Rechenacker mit der benachbarten Landwehrgrundschule. Ein gutes Symbol für eine gelungene Zusammenarbeit für die Kinder in Oberhausen. Davon überzeugte sich gestern auch Hannelore Kraft bei einem Besuch. Die Ministerpräsidentin informierte sich darüber, wie das Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“ in der Praxis funktioniert.

Nach dem Rundgang zeigt sich Kraft beeindruckt. „Aus der Begleitforschung zu unserem Projekt wissen wir, dass Vorbeugung in Familienzentren wirkt – jetzt konnten wir das mit eigenen Augen sehen.“ Kinder aus Familienzentren können sich nachweislich besser konzentrieren, haben weniger Probleme mit der Auge-Hand-Koordination, und sie können besser Deutsch, wenn sie in die Schule kommen.

Intensive Betreuung sollte erhalten bleiben

Eine besonders intensive Betreuung, die nach dem Übergang zur Grundschule nicht wegbrechen sollte, darin waren sich alle Beteiligten einig. Was das konkret für die Kinder von Kita und Schule bedeutet, erläuterte Schulleiterin Sibylle Hufschmidt.

„Wir haben Glück, dass wir räumlich nah beieinander liegen“, räumt Hufschmidt ein. Nicht nur, dass die Kita-Kinder von nebenan nach Schulschluss den Schulhof selbstverständlich mitnutzen.

Von Hemmschwelle keine Spur

Sie sind auch sonst früh in der Schule unterwegs. Bundesjugendspiele, Verkehrsprojekte, Vorleserunden – die Kita-Kinder sind dabei. „Sie müssen uns also nicht erst kennen lernen, wenn sie eingeschult werden.“ Gleiches gilt für die Erzieher, die Schulsozialarbeiterin, die Sonderpädagogin. „Wenn es Familien gibt, die Unterstützung benötigen, wissen wir das, bevor das Kind in die Schule wechselt“, sagt Hufschmidt. Von Hemmschwelle keine Spur, auch nicht bei den Eltern. „Die meisten sind erleichtert, dass es in der Schule genauso weitergeht wie in der Kita.“

In beiden Einrichtungen gehe es darum, die Kinder zu stärken. Dass dieses Konzept aufgeht, erlebte Hufschmidt erst kürzlich. „Da kam ein Junge aus der Kita aufgeregt zu mir auf den Schulhof gerannt und beschwerte sich darüber, dass sein Papa wohl vergessen hätte, ihn in der Schule anzumelden.“ Sibylle Hufschmidt forschte nach und – das Kind hatte recht. „Aber da wir hier die kurzen Wege haben, konnten wir das schnell nachholen.“

Eine Arbeit, die sich für die Stadt lohnt, weil sie hilft, „die hohe Arbeitslosigkeit künftig abzubauen“, bestätigt Kämmerer Apostolos Tsalastras. Und so ließ es sich der SPD-Bürgermeisterkandidat nicht nehmen, zu versichern: „Wenn die Landesmittel für dieses Projekt auslaufen, werden wir dafür sorgen, dass es auf kommunaler Ebene weitergeht.“