Was können Stahl, Papier, Metall und Holz?

Maximilian Schranner schafft es, die Langhantel hochzustemmen .
Maximilian Schranner schafft es, die Langhantel hochzustemmen .
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Materialien sind Helden der Schau „Ist das möglich?“. Ausprobieren ist im LVR-Industriemuseum in Oberhausen angesagt. Es gibt acht Stationen.

Oberhausen.. Da hängt diese Rüstung aus hellem Papier. Drei Kilogramm leicht. So etwas trugen Chinesen um das Jahr 1600. Es war tatsächlich besser für den Kampf geeignet als die 28 Kilogramm schweren Ritterrüstungen aus Eisen. „Ist es möglich, dass Papier stärker schützt als Eisen?“ Im LVR-Industriemuseum werden jetzt viele solcher spannenden Fragen gestellt. Anette Gantenberg, Sprecherin des Museums, nennt die neue Ausstellung mit dem Titel „Ist das möglich?“, eine Experimentier-Ausstellung, ein Novum. So etwas habe es an der Hansastraße noch nicht gegeben.

Wer die Ausstellung besucht, wird mit vielen weiteren Fragen konfrontiert. Ist das möglich, dass mich der Fahrradhelm bei einem Unfall schützt? Ist das möglich, dass so viel in eine kleine Damenhandtasche passt? Was wäre, wenn der Kaffeefilter beim Eingießen des Wassers reißen würde, wenn die Kleidung nicht warm hielte, wenn die Brücke zusammenstürzte? Es geht in dieser Ausstellung für Kinder und Jugendliche (ab der dritten Klasse), aber auch für Familien um die Materialien, die das LVR-Industriemuseum an seinen Standorten ansonsten historisch beleuchtet. Die Helden sind Stahl, Papier, Textilien und Holz, die ganz schön viel aushalten. Was sie alles können, erfahren die Kinder bei diversen Aktionen.

Warum das Runde das Beste ist

„Wir haben hier acht Stationen, die nach und nach abgearbeitet werden müssen“, sagt Museumsleiter Burkhard Zeppenfeld. An jeder Station können verschiedene Dinge ausprobiert werden. Zum Beispiel, dass Pappe – entsprechend gefaltet – als Schuhsohle einen Menschen trägt. Oder, wir wussten es immer schon, dass das Runde das Beste ist. Denn nur, weil sie rund sind, können wenige dünne Blechbüchsen das Gewicht eines kompletten, verschrotteten Autos tragen. Ein Exponat, das übrigens auch in der Ausstellung zu sehen ist. Erstaunliche Exponate wie historische Kondome und Geschichten von historischen Begebenheiten und Rekorden verleihen der Ausstellung zusätzlich eine delikate Wissens-Würze.

Am Ende wartet eine Quizshow

Zwei Stunden dauert der aktive Rundgang, bei dem die heimlichen Stars Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik (MINT) sind. Für die sogenannten MINT-Fächer hat das Museum gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Technologie und Didaktik der Technik an der Universität Essen sogar didaktische Begleitmaterialien für Schulen entwickelt, die zum Download auf der Website www.istdasmoeglich.lvr.de bereitstehen. Damit können Lehrer nicht nur den Besuch der Ausstellung vorbereiten, sie können komplette Unterrichtseinheiten damit gestalten.

Aber das ist noch nicht alles. Am Ende wartet eine große Quizshow auf die Besucher. Da schlüpft einer von ihnen in die goldglitzernde Jacke des Quizmasters. Dann treten die Teams „Metall“, „Holz“, „Textil“ und „Papier“ gegeneinander an. Auf einem Bildschirm werden Fragen angezeigt. Mit Buzzern können die Kandidaten reagieren. Wohl demjenigen, der vorher gut aufgepasst hat. Er wird wohl die meisten Fragen beantworten können.