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Schlecker-Insolvenz

Was aus den Schlecker-Frauen aus Oberhausen geworden ist

05.10.2012 | 13:13 Uhr
Was aus den Schlecker-Frauen aus Oberhausen geworden ist
Die Schlecker-Mitarbeiter machten bei öffentlichen Kundgebungen immer wieder auf ihre Situation aufmerksam.Foto: dapd

Oberhausen.   Von den 52 ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen in Oberhausen fanden bislang 20 einen neuen Job. Ein Vierteljahr nach der Insolvenz von Schlecker betont die Agentur für Arbeit, dass die Anschlussperspektiven weiterhin gut seien und empfiehlt Weiterbildungsmaßnahmen.

Ende März wurde das Insolvenzverfahren für die Drogeriemarktkette Schlecker eröffnet, Ende Juni schlossen deutschlandweit die letzten Filialen ihre Türen. 52 Mitarbeiterinnen meldeten sich bei der Oberhausener Agentur für Arbeit arbeitslos . Ein Vierteljahr später stellt sich die Frage: Haben sie eine berufliche Anschlussperspektive gefunden?

„20 Frauen haben wieder eine Arbeit , eine ging in Rente, drei beziehen Krankengeld“, sagt Katja Hübner, Pressesprecherin der Arbeitsagentur. Und die Chancen für die noch Unversorgten seien weiterhin gut, betont Agenturchefin Christiane Fern. Aktuell gebe es in Oberhausen 90 freie Stellen im Verkaufsbereich. Gute Aussichten bestünden auch in umliegenden Städten: In Mülheim seien noch 20 Stellen, in Essen über 200, in Duisburg 92 unbesetzt.

40 Bewerbungen geschrieben

Zu denen, die noch nichts Neues gefunden haben, zählt Birgit Rompf. Seit ihrem 15. Lebensjahr arbeitet die heute 53-jährige gelernte Verkäuferin im Einzelhandel, die letzten neun Jahre bei Schlecker. Rund 40 Bewerbungen hat sie seit Juli geschrieben. Bei einigen war ihr im vorhinein klar, dass es eine Absage geben würde. Immerhin: Für Ende dieser und in der kommenden Woche ist sie zu zwei weiteren Vorstellungsgesprächen eingeladen worden. Allerdings: Sie fürchtet, dass sie künftig mit einem geringeren Stundenlohn als bei Schlecker rechnen muss. „Wir werden sehen“, so Rompf.

Was sie bei ihrer Arbeitsplatzsuche zu spüren bekam, sei die fehlende Weiterbildung bei Schlecker. „Man ist nicht wirklich auf dem neuesten Stand, Schulungen gab es dort so gut wie keine.“ Ihr fehlten beispielsweise Kenntnisse, was die Bedienung moderner Kassen betrifft. Von einem Lehrgang im Zen­trum für Ausbildung und berufliche Qualifikation, kurz ZAQ, versprach sie sich hier Abhilfe. „Leider brachte mir die dreitägige Schulung nichts.“ Die sei eher was für Leute gewesen, die keine Erfahrung im Einzelhandel hätten.

Weiterbildung im Bereich Büromanagement

Auch Birgit Lang ist noch auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Zehn Jahre war sie bei Schlecker beschäftigt, davor 20 Jahre bei Babcock im Büro. Von der Arbeitsagentur hat sie einen Bildungsgutschein bekommen, aktuell besucht die 54-Jährige eine Weiterbildung beim Weiterbildungsinstitut in Oberhausen und absolviert die Kurse „Büromanagement“ und „MS Office“.

Das Beispiel von Birgit Lang zeige, dass sich Erfolge nicht nur an den bloßen Vermittlungszahlen festmachen ließen, sondern auch darin, wie die Kundinnen bei der Jobsuche nachhaltig unterstützt würden, betont Agenturchefin Fern.

„Die Weiterbildung bringt mir sehr viel. Neben den Kenntnissen, die ich dort erwerbe, gibt es mir auch wieder Auftrieb eine Beschäftigung zu haben und morgens zu wissen, wofür ich eigentlich aufstehe“, meint Lang. Für Birgit Rompf steht fest: „Ich gebe nicht auf, ich bin aufgeschlossen für Neues, ich bin weiterhin optimistisch.“

Ausverkauf bei Schlecker

Frank Helling

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