Wahlkampf nutzt Bürgern

Am Sonntag organisierte die Ampelkoalition den offiziellen Wahlkampfauftakt für ihren Kandidaten Apostolos Tsalastras – doch der Kämmerer und seine Partei befinden sich schon seit längerem im Wahlkampfmodus. Plötzlich ist möglich, was man jahrelang vor sich hinschleppte: Schulen und Plätze werden eifriger geputzt, Obdachlose für Arbeit bezahlt, die Kontrollen werden durchs Ordnungsamt intensiviert, Schulen erhalten Wlan, Eltern bekommen ihre Kitabeiträge zurück, die teils zu dunklen Straßen durch die neuen LED-Laternen werden aufgehellt. Wer fair ist, weiß: Das passiert nicht alles wegen des Wahlkampfes, sondern vieles davon wird möglich, weil es neue Fördergelder und neue Handlungsspielräume der durch die Sparpakete zuvor so stark strangulierten Stadt Oberhausen gibt. Aber das zweite kommunale Wahlkampfjahr hintereinander sorgt dafür, dass manches schneller, besser, engagierter verläuft als es ohne Wahl geschehen wäre. So gesehen darf Oberhausen auch die nächsten Jahre ruhig im Dauerwahlkampf sein.