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Wählerischer Bücherei-Automat

07.10.2011 | 17:19 Uhr
Wählerischer Bücherei-Automat
Hans-Dietrich Kluge-Jindra und Stefan Keune mit der Rückgabemaschine, die gestern Ärger machte. Foto: Sophia Schauerte / WAZ FotoPool

Oberhausen.Gerade erst er den Betrieb in der modernen Stadtbibliothek aufgenommen, schon ereilt den Rückgabeautomat der erste Ausfall.

Auf allen drei Bildschirmen der Maschine prangte gestern Vormittag auf grauem Grund ein dunkelroter Kreis mit einem Ausrufezeichen – Apparat außer Betrieb! Derweil stehen an der Verbuchungstheke Bibliotheksnutzer mit Bücherstapeln vor den zwei Mitarbeitern, und denen wiederum steht trotz der sonst ruhigen Vormittagsstunden der Schweiß auf der Stirn. „Das ist wirklich sehr ärgerlich, dass die Technik nicht funktioniert.“

Auch die Kunden sind alles andere als begeistert. „Das ist schlecht. Ich leihe hier viel aus. Wenn es jetzt schon Probleme gibt, ist das unerfreulich“, regt sich ein Bibliotheksnutzer auf. Nachts lief der Betrieb noch einwandfrei, der 24-Stunden-Rückgabeschacht nahm alles einwandfrei an. „Heute morgen fiel uns dann auf, dass die Automaten kaputt sind“, erklärt Hans-Dietrich Kluge-Jindra, Leiter der Stadtbibliothek. „Das ist natürlich ungünstig. Der Techniker ist aber schon bestellt, und wir versuchen, den Fehler so schnell wie möglich zu reparieren.“ Mittags lief der Automat dann auch wieder, wie er sollte.

Personal vor Ort

Zum Glück sei die Theke für die manuelle Rückgabe immer besetzt, da noch nicht alle Medien am Automaten abgegeben werden können. Ab einem gewissen Metallanteil funktioniert die Technik nämlich nicht. Pakete mit vielen CDs oder etwa das glänzende Guinnessbuch zieht der Apparat nicht ein. „Den größten Teil unserer rund 120 000 Medien nimmt der Automat an, aber wir wollen auf 90 Prozent“, so Kluge-Jindra. Auf persönliche Kommunikation werde man ohnehin nie ganz verzichten. „Wir folgen nicht dem Prinzip: Menschen raus, Technik rein. Wir beobachten, dass die Kommunikation intensiver wird. Geld zählen und Etiketten scannen können Maschinen. Für Infos und Hilfe sind unsere Mitarbeiter nun freier. Wir bekommen viel positive Rückmeldung. Die Leute kommen gerne.“ Genaue Zahlen zu den ersten Wochen in den neuen Räumen will Kluge-Jindra in den nächsten Tagen präsentieren.

Anna Blaswich

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Kommentare
08.10.2011
18:01
Wählerischer Bücherei-Automat
von Bodesein | #1

Der Fortschritt läßt sich nicht aufhalten, aber daß die Automaten nur angeschafft wurden, damit die Mitarbeiter freier für Hilfe und Infos werden, glaube ich nicht so ganz. Irgendwie sind bestimmt - ggf. mittelfristig - Menschen raus, Technik rein das Ziel. Das läßt sich vielleicht wegen geforderter Einsparungen auch nicht vermeiden - nur soll man es dann auch ehrlich sagen.

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