Vorläufiges Aus für Hochschultraum in Oberhausen

Im Werksgasthaus an der Essener Straße nahe dem Centro sollten die Touristik-Studenten geschult werden.
Im Werksgasthaus an der Essener Straße nahe dem Centro sollten die Touristik-Studenten geschult werden.
Foto: Katharina Paris
Was wir bereits wissen
Hamburger College erteilt Touristik-Studiengang am Oberhausener Centro eine Absage. Fehlende Partner und behördliche Auflagen sind die Gründe.

Oberhausen.. Oberhausen bleibt vorerst die einzige Großstadt Deutschlands ohne eine eigene Hochschule: Die private staatlich anerkannte Hamburger Wirtschafts-Fachhochschule EBC hat ihren Plan begraben, einen Tourismus-Studiengang im Werksgasthaus an der Neuen Mitte anzubieten. Geplant war, dort eine Außenstelle für den Düsseldorfer EBC-Campus einzurichten.

Zwar mangelte es nicht an Interessenten für die 15 Plätze im Tourismus-Studiengang. Doch es fehlten von Anfang an Firmen, in denen die jungen Leute praktische Erfahrungen hätten sammeln können. Erschwerend hinzugekommen sind offenbar neue Auflagen aus der Hamburger Wissenschaftsbehörde: Statt der geplanten und bereits akkreditierten Zweigstelle des Düsseldorfer Campus sollte die EBC-Hochschule in Oberhausen nun einen vollwertigen Campus aufbauen. Dies rechnet sich aus Sicht des EBC aber nicht.

„Diese Auflagen haben uns kalt erwischt“, gesteht EBC-Marketingleiter Heiko Delventhal. Das EBC, das sich ausführlich „European Business College“ nennt, habe seit 2012 speziell für Oberhausen ein Konzept entwickelt, in das viel Zeit und Geld investiert worden sei. „Das ist ein erheblicher finanzieller Verlust.“

Gespräche mit anderen Hochschulen

Nicht gänzlich drangeben wollen Akteure im Rathaus den Traum vom Hochschul-Standort Oberhausen. „Es laufen Gespräche mit anderen privaten Hochschulträgern“, sagt Magnus Dellwig von der Stadtkanzlei. Von einer Hochschule erhofft sich Oberhausen Impulse für die Stadtentwicklung. „Besonders wenn es um neue Entwicklungen geht, sind Wissenschaftseinrichtungen wichtige Partner.“

Im schönen Ambiente des historischen Werksgasthauses an der Essener Straße sollten Studenten den berufsbegleitenden Bachelor-Abschluss im Fachgebiet „Tourismus und Event“ abschließen können. Für die dreijährige Studiendauer sollten die jungen Leute zur Hälfte in Firmen mitarbeiten. Bei den Unternehmen gab es früh Vorbehalte: Weil sie als Partner fehlten, hatte die Hochschule den für September 2014 angekündigten Start zunächst um ein Jahr verschoben.

Dass der Plan nun gänzlich aufgegeben wurde, wird in der Stadt bedauert. „Wir haben eine Nachfrage gesehen“, sagt Franz Muckel, Chef der städtischen Touristik-Tochter TMO. „Der Studiengang hätte Oberhausen als Tourismusstadt zusätzlich gestärkt.“ Petra Weyland-Frisch von der Wirtschaftsförderung sagt, man sei weiter in Gesprächen mit dem EBC, ob die Hochschule mit einer anderen Konstellation nach Oberhausen kommen kann. „Wir wollen Oberhausen weiter zu einem Hochschulstandort machen.“